Jürgen Kehrer – Bären und Bullen

Ich hat­te mich vor Kur­zem gewun­dert, dass ich doch schon seit län­ge­rem kei­nen Wils­berg-Kri­mi mehr zur Hand genom­men habe. Aber bei die­sem Bänd­chen ist es mir wie­der deut­lich vor Augen geführt wor­den: Die Buch­se­rie ist lang­wei­lig, span­nungs­arm, die Kri­mi­auf­lö­sung kommt aus dem Nichts und ange­staubt ist die Buz­zword gespick­te Bör­sen­ge­schich­te aus den 90ern auch.

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Jürgen Kehrer – Schuß und Gegenschuß

wilsbergschuss

Ein abge­sack­ter Wils­berg hat mit dem nie­de­ren Film­busi­ness zu tun und trifft auf abge­half­ter­te Mit­ar­bei­ter des Gen­res. Span­nung bleibt aus, Über­ra­schungs­ef­fek­te sind nicht vor­han­den, Lokal­ko­lo­rit und Figu­ren­zeich­nung mäßig, aber vor allem sprach­lich ist die­ser Teil der Kri­mi­rei­he ein­schlä­fernd.

Der Autor macht nicht den Ein­druck, als kön­ne er der Figur Wils­berg noch irgend­wel­che inter­es­san­ten Aspek­te abge­win­nen, die Serie hät­te hier enden kön­nen – geht aber noch 12 Tei­le wei­ter.

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Jürgen Kehrer: Wilsberg und die Wiedertäufer

kehrerwiedertaeufer

Über den aktu­el­len Keh­rer-Kri­mi blieb mir ja wenig Posi­ti­ves zu sagen, das konn­te ich mir qua­si für einen älte­ren auf­spa­ren: Wils­berg und die Wie­der­täu­fer ist vom Anfang der Kri­mi­se­rie her gese­hen der bis­lang bes­te Wils­berg-Kri­mi in Buch­form.

Eine Grup­pe von der Katho­li­schen Kir­che sich gede­mü­tigt Füh­len­der begeht Anschlä­ge zu Moti­ven der Wie­der­täu­fer. Wils­berg schlid­dert bei der Auf­klä­rung des Fal­les in die Grup­pen­dy­na­mik hin­ein so dass SPOILERALARM er auch der Lie­be wegen sich vor Gericht wie­der sieht und in Fol­ge des­sen pri­vat vor dem Nichts steht.

Ein wenig Lokal­ko­lo­rit, etwas Lie­bes­an­bän­de­lei, ein biss­chen Lokal­his­to­rie mit Fuß­no­ten, ein ange­schla­ge­ner Held und tat­säch­lich so etwas wie Span­nung zum Fina­le, das Buch den Leser bei der Stan­ge hal­tend inter­es­sant zu Ende erzählt wird – was will man mehr von einem Pro­vinz­kri­mi?

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Jürgen Kehrer: Kein Fall für Wilsberg

buchleser

Wei­te­rer Schritt in mei­nem Vor­ha­ben, ein­mal die Wils­berg-Roma­ne durch­zu­le­sen: Der vier­te Schmö­ker der Rei­he . Ein Indus­tri­el­ler eines Vor­orts von Müns­ter wird ermor­det auf­ge­fun­den. Sei­ne Fir­ma ist in Waf­fen­lie­fe­run­gen ver­strickt und er hat ein per­sön­li­ches Geheim­nis. Sämt­li­che Figu­ren bis auf Wils­berg blei­ben farb­los, der Fall haut einen nicht vom Hocker, Lokal­ko­lo­rit ist auch kaum gege­ben, ein­zig die Mord­me­tho­de bleibt viel­leicht etwas im Hin­ter­kopf. Ansons­ten geht sich die­ser Text im Rausch all­täg­li­cher Infor­ma­tio­nen ziel­si­cher unter.
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Jürgen Kehrer: Wilsberg – Gottesgemüse

Der drit­ter Teil der Wils­berg-Bücher-Serie, Got­tes­ge­mü­se

, spielt im hoch­be­tuch­ten Sek­ten-Milieu. Das Buch wur­de nicht ver­filmt, die Hand­lung kommt einem aller­dings auch hin­läu­fig bekannt vor. Viel­leicht war das in den 90ern anders, aber unterm Strich bleibt nur eine Ver­fol­gungs­jagd nach Eng­land übrig. Weder son­der­lich span­nend, noch sprach­lich oder inhalt­lich im Gedächt­nis blei­bend.
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Jörg Hartmann/ Jürgen Kehrer – Wilsberg: In alter Freundschaft

wilsbergfreundschaft

Den zwei­ten Wils­berg-Kri­mi gibt es seit letz­tem Jahr auch als Comic-Ver­si­on (die gibt es auch online), illus­triert durch Zeich­nun­gen von Jörg Hart­mann. Damit trifft man neben den zwei Fern­se­her­mitt­lern nun auf die drit­te bild­li­che Ver­kör­pe­rung des Georg Wils­berg. Wür­de mich ja wun­dern, wenn der es nicht noch in Müns­ter auf die Büh­ne schafft.

Hart­mann gelin­gen sehr schö­ne Zeich­nun­gen Müns­ters und Ams­ter­dams, das hat mir sehr gut gefal­len. Der Fall ist ähn­lich span­nungs­reich oder span­nungs­arm wie der ers­te, hat einen ähn­li­chen Ver­lauf, was aber als Comic durch­aus unter­halt­sam funk­tio­niert. Die Ver­fil­mung war­tet mit der bezau­bern­den Bar­ba­ra Rud­nik auf, einem gut auf­ge­leg­ten Thors­ten Nin­del, Tho­mas Schü­cke und einer glän­zen­den Rita Rus­sek.

Wor­um geht’s? Wils­berg muss die Ver­stri­ckun­gen, in die sei­ne alte, immer noch ver­ehr­te Jugend­lie­be sich ver­fing und letz­ten Endes dar­an zu Grun­de ging, ent­wir­ren. Dabei kriegt er wahl­wei­se der­be eins auf’s Maul (Buch/Comic) oder mit der Poli­zei zu tun (Film).

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Jürgen Kehrer – Und die Toten lässt man ruhen

wilsberg1996

23 Jah­re nach dem Erschei­nen des Buches und 18 Jah­re nach der Ver­fil­mung war es mal an der Zeit, den ers­ten Wils­berg unter die Lupe zu neh­men – wenn man schon ein­mal dabei ist, Müns­ter­land-Kri­mis zu lesen.

Ein psy­chisch ange­schla­ge­ner Mann aus Nord­wal­de beauf­tragt den Münz- und Brief­mar­ken­händ­ler Georg Wils­berg, der zusätz­lich als Detek­tiv arbe­tet, den ver­meind­li­chen Selbst­mord sei­nes Bru­ders vor 11 bzw. 16 Jah­ren zu unter­su­chen. Wils­berg kommt einem Kor­rup­ti­ons­skan­dal auf die Spur und löst das Geheim­nis um den fin­gier­ten Selbst­mord.

Im Buch wird die Geschich­te ab und an mit etwas Lokal­ko­lo­rit deko­riert, die Auf­lö­sung kommt schließ­lich aber etwas aus hei­te­rem Him­mel. Zum Mitra­ten oder -fie­bern ist das nichts.

Der Film hat außer einer Ver­fol­gungs­jagd durch die Innen­stadt und ein paar älte­ren Häu­sern wenig Lokal­ko­lo­rit zu bie­ten, dafür spie­len die groß­ar­ti­ge Hans-Mar­tin Stier, Ste­fan Wim­mer und Hein­rich Schaf­meis­ter mit, letz­te­rer der ein­zi­ge, der in fol­gen­den Wils­berg-Fil­men wie­der­zu­se­hen ist. Joa­chim Król spielt eigent­lich so wie immer. Der Auf­trag­ge­ber und sei­ne Nich­te wer­den als psy­chisch ange­schla­ge­ner dar­ge­stellt als im Buch, was etwas über­zo­gen wird. Der böse Kom­mis­sar wird auch etwas anders dar­ge­stellt. Ansons­ten ent­spricht der Film in vie­len Din­gen der Vor­la­ge.

Alles in allem: Harm­lo­se Unter­hal­tung, die man schnell ver­gisst.

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Jürgen Kehrer: Münsterland ist abgebrannt

muensterlandistabgebrannt

Ganz schön ver­dienst­voll, wie Jür­gen Keh­rer, der Erfin­der der Wils­berg-Rei­he im ZDF, das Müns­ter­land in den Blick­punkt der deut­schen Kri­mi­nal­li­te­ra­tur rückt. Müns­ter­land ist abge­brannt ist der Auf­takt einer neu­en Müns­ter­land­kri­mi­rei­he und kommt schon mal näher in unse­rer Rich­tung als ande­re Müns­ter­land­kri­mis.

Der Plot ist eine Bio­pi­ra­te­rie-Geschich­te zwi­schen Nord­wal­de, Alten­ber­ge, Spitz­ber­gen, Müns­ter und Len­ge­rich. Dass der milio­nen­schwe­re Besit­zer eines Unter­neh­mens aus Len­ge­rich auch in Len­ge­rich wohnt, kommt mir zwar etwas merk­wür­dig vor, aber las­sen wir das der dich­te­ri­schen Frei­heit. Dass die dau­er­gei­le Asia­tin aus­ge­rech­net aus dem chi­ne­si­schen Dörf­chen kommt, das in der Geschich­te eine wesent­li­che Rol­le spielt, dann aber so gar nichts mit der Geschich­te zu tun hat – etwas irri­tie­rend. Dass im Alten­heim das Mai­kä­fer-flieg-Lied in einer Zei­le zu „Müns­ter­land ist abge­brannt“ umge­dich­tet wird, ich mag’s mir nicht vor­stel­len.

An den bes­ten Stel­len ist dies ein Regio­nal­kri­mi, der sich sprach­lich und inhalt­lich von ande­ren Reprä­sen­tan­ten sei­nes Gen­res wohl­tu­end abhebt, an schlech­te­ren eine unin­spi­rier­te Anein­an­der­rei­hung von Haupt­sät­zen, die den Leser aus der Geschich­te rei­ßen. Für trü­be Som­mer­re­gen­ta­ge aber eine will­kom­me­ne Abwechs­lung, nicht nur für Leu­te aus der Regi­on.

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