Warum die NOZ weiterhin ein Abo ohne Digital-Zugang hat

Ein wenig wun­dern durf­te man sich (heu­te in der gedruck­ten Ver­si­on, ges­tern online) ja schon, dass die IVZ einen frei zugäng­li­chen Arti­kel der NOZ vom Mon­tag über­nimmt, ihn dann aber mini­malst umschreibt. Aber sei’s drum. Es ist halt manch­mal inter­es­san­ter, was die NOZ so schreibt.

Wie zum Bei­spiel das, was die Redak­ti­on der NOZ gera­de zu ihrem neu­en Abo-Modell schreibt. Inzwi­schen soll man für Arti­kel der NOZ über Abos online Geld zah­len. Die­se Abos sind nicht von einem Zei­tungs-Abon­ne­ment abhän­gig. Man kann also nur die gedruck­te Zei­tung bestel­len oder nur ein Online-Abo, wahl­wei­se für Smart­pho­ne oder Com­pu­ter. Das ist genau das Gebüh­ren­mo­dell, was eini­ge Kun­den der IVZ sich gewünscht hat­ten.

Sei­tens der IVZ hat­te man damals gemeint:

Wür­den wir aber unser Print­pro­dukt durch ein zusätz­li­ches Digi­tal­an­ge­bot schwä­chen – und das wür­de ohne Zwei­fel pas­sie­ren -, dann könn­ten wir unse­ren Inserenten/Werbekunden kein ver­läss­li­ches Ange­bot mehr machen; heißt: Die Reich­wei­te der Tages­zei­tung wür­de sin­ken und damit auch die Attrak­ti­vi­tät der Wer­bung in ihr.

Und da über­rascht die Stel­lung­nah­me der NOZ dann doch etwas, wenn man begrün­det, wes­we­gen man gera­de kei­ne Kopp­lung von gedruck­tem und Online-Abon­ne­ment anbie­tet:

wir hät­ten ger­ne für alle Zei­tungs­abon­nen­ten den kos­ten­lo­sen Zugriff ermög­licht.

Lei­der haben wir uns steu­er­li­chen Grün­den anders ent­schei­den müs­sen: Wäh­rend die Zei­tung nur einer Umsatz­steu­er von sie­ben Pro­zent unter­liegt gilt für digi­ta­le Pro­duk­te der Regel­satz von 19 Pro­zent. Das hät­te für uns bedeu­tet, dass wir bei einer kos­ten­lo­sen Zuga­be zum Zei­tungs­abon­ne­ment mög­li­cher­wei­se etwa ein Vier­tel unse­rer gesam­ten Erlö­se aus dem Zei­tungs­ver­kauf mit 19 Pro­zent MwSt. hät­ten bele­gen müs­sen. Um die­ses Risi­ko deut­lich zu ver­rin­gern, müs­sen Abon­nen­ten sich jetzt bewusst für das Web-Abo zum eher sym­bo­li­schen Preis von einem Euro ent­schei­den und alle rei­nen Zei­tungs­abon­ne­ments unter­lie­gen wei­ter­hin dem ermä­ßig­ten Steu­er­satz.

Bei einem Abo-Preis der gedruck­ten Zei­tung von stol­zen 33,90€ ist die Rede von einem sym­bo­li­schen Preis, den ein Digi­tal­abo im güns­tigs­ten Fall zusätz­lich kos­tet, aller­dings so eine Sache.

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