Die Münstersche Zombiezeitung

Die Chro­nik des ange­kün­dig­ten Todes der Müns­ter­schen Zei­tung nach der Über­nah­me durch den Aschen­dorff-Ver­lag, dem die WN gehört, kann ein neu­es Kapi­tel ver­zeich­nen:

Zum 15. Nobem­ver 2014 erscheint die Müns­ter­sche Zei­tung zum letz­ten Mal in der alt­be­kann­ten Form. Danach wer­den die bis­he­ri­gen Lokal­tei­le für Müns­ter, Gre­ven und Stein­furt ein­ge­stampft und sol­len durch ihre Ent­spre­chun­gen der WN ersetzt wer­den. Der Man­tel­teil soll dann von den Ruhr Nach­rich­ten kom­men. Fragt sich nur, wer so eine Zom­bie-Zei­tung lesen will.

Grund für die Umstruk­tu­rie­rung sind die 2,7 Mio. € Mie­se, die die Müns­ter­sche Zei­tung im Jahr anhäuft.

Schon etwas ver­bit­tert schreibt Tho­mas Knüwer über die Ver­le­ger­aus­drucks­wei­se zum erwart­ba­ren Stel­len­ab­bau:

Nicht weni­ger zynisch ist das, was Lam­bert Len­sing-Wolff in einer Haus­mit­tei­lung vom 29. Juli erklärt hat­te (die mir vor­liegt): “Für den Unter­neh­mens­er­folg sind sei­ne Mit­ar­bei­ter ver­ant­wort­lich. Also Sie. Das Team und sein Zusam­men­spiel sind die ent­schei­den­den Fak­to­ren. In den bis­he­ri­gen 16 Jah­ren mei­ner Arbeit im Medi­en­haus konn­ten wir dank Ihres gro­ßen Ein­sat­zes unse­re wesent­li­chen Her­aus­for­de­run­gen meis­tern.” Lüge oder Welt­fremd­heit? Dies bei Ver­le­gern beant­wor­ten zu wol­len, habe ich für mich längst auf­ge­ge­ben.

Ralf Hei­mann, ehe­ma­li­ger Redak­teur der Müns­ter­schen Zei­tung, beschreibt den abseh­ba­ren Unter­gang der Zei­tung exem­pla­risch:

Zu wenig Geld, zu wenig Zeit, zu wenig Rück­grat.

Dazu kommt aber noch etwas viel Schlim­me­res: die Über­zeu­gung, dass der Leser doof ist – oder das meis­te zumin­dest schon nicht mer­ken wird.

Des­halb jubelt man ihm Wer­bung unter, ohne es irgend­wo zu erwäh­nen.

Des­halb füllt man die Hälf­te der Zei­tung mit Pres­se­mit­tei­lun­gen, die es woan­ders umsonst gibt.

Des­halb macht man Zei­tun­gen, die im Prin­zip nur Anzei­gen­kun­den inter­es­sant fin­den kön­nen.

Des­halb führt man Bezahl­schran­ken ein, die sich umge­hen las­sen, indem man die Coo­kies löscht.

Des­halb gehen Zei­tun­gen Medi­en­part­ner­schaf­ten ein, die Exklu­siv-Infos abwer­fen sol­len, was aber noch nie pas­siert ist, und die letzt­lich nur dazu füh­ren, dass die Berich­te über den Medi­en­part­ner über­ra­schend wohl­wol­lend aus­fal­len.

Und des­halb wirft man eine Redak­ti­on her­aus und ver­kauft den Leu­ten eine Zei­tung, die sie eigent­lich gar nicht haben wol­len.

Und so sieht der kri­ti­sche Jour­na­lis­mus dann aus: Unter die­sem Arti­kel erscheint am Ende die­ser Tipp:
mzohneredaktion


und führt ins Lee­re. Schon dpa-Mel­dun­gen sind zu kri­tisch für die­ses Blatt.
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Münstersche Zeitung soll verkauft werden

Die Müns­ter­sche Zei­tung soll ver­kauft wer­den. Inter­es­siert soll die Unter­neh­mens­grup­pe Aschen­dorff sein, bei der die West­fä­li­schen Nach­rich­ten, die den Man­tel der IVZ lie­fert, ver­legt wer­den. Die Müns­ter­sche Zei­tung hat ver­gli­chen mit der IVZ eine etwa gleich­ho­he Auf­la­ge. Noch ist unklar, ob das Kar­tell­amt einer sol­chen Über­nah­me zustimmt.

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