Jürgen Kehrer – Schuß und Gegenschuß

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Ein abge­sack­ter Wils­berg hat mit dem nie­de­ren Film­busi­ness zu tun und trifft auf abge­half­ter­te Mit­ar­bei­ter des Gen­res. Span­nung bleibt aus, Über­ra­schungs­ef­fek­te sind nicht vor­han­den, Lokal­ko­lo­rit und Figu­ren­zeich­nung mäßig, aber vor allem sprach­lich ist die­ser Teil der Kri­mi­rei­he ein­schlä­fernd.

Der Autor macht nicht den Ein­druck, als kön­ne er der Figur Wils­berg noch irgend­wel­che inter­es­san­ten Aspek­te abge­win­nen, die Serie hät­te hier enden kön­nen – geht aber noch 12 Tei­le wei­ter.

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Jürgen Kehrer: Wilsberg und die Wiedertäufer

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Über den aktu­el­len Keh­rer-Kri­mi blieb mir ja wenig Posi­ti­ves zu sagen, das konn­te ich mir qua­si für einen älte­ren auf­spa­ren: Wils­berg und die Wie­der­täu­fer ist vom Anfang der Kri­mi­se­rie her gese­hen der bis­lang bes­te Wils­berg-Kri­mi in Buch­form.

Eine Grup­pe von der Katho­li­schen Kir­che sich gede­mü­tigt Füh­len­der begeht Anschlä­ge zu Moti­ven der Wie­der­täu­fer. Wils­berg schlid­dert bei der Auf­klä­rung des Fal­les in die Grup­pen­dy­na­mik hin­ein so dass SPOILERALARM er auch der Lie­be wegen sich vor Gericht wie­der sieht und in Fol­ge des­sen pri­vat vor dem Nichts steht.

Ein wenig Lokal­ko­lo­rit, etwas Lie­bes­an­bän­de­lei, ein biss­chen Lokal­his­to­rie mit Fuß­no­ten, ein ange­schla­ge­ner Held und tat­säch­lich so etwas wie Span­nung zum Fina­le, das Buch den Leser bei der Stan­ge hal­tend inter­es­sant zu Ende erzählt wird – was will man mehr von einem Pro­vinz­kri­mi?

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Jürgen Kehrer: Lambertussingen

lambertuskehrer

Dies ist der zwei­te Teil der Bas­ti­an-Matt-Rei­he vom Wils­berg-Erfin­der, die etwas im Müns­te­ra­ner Umfeld spie­len soll: Ein Frau­en­mör­der zieht mit sei­nem Cam­ping­wa­gen durchs Müns­ter­land und ori­en­tiert sich beim Töten am Lied des Lam­ber­tus­sin­gens.

Keh­rer legt in die­sem Fall Wert auf die kor­rek­te Beschrei­bung von Poli­zei­ar­beit und Täter­psy­cho­lo­gie. Lei­der geht dies stark zu Las­ten der eigent­li­chen Geschich­te, denn die ist abge­lutscht, unspan­nend, witz­los und vor­her­seh­bar. Und wenn Keh­rer der asia­ti­schen Gerichts­me­di­zi­ne­rin andich­tet, dass sie dau­ernd deut­sche Sprich­wör­ter anwen­det und dies kon­se­quent falsch, dann nervt das irgend­wann nur noch. Lokal­ko­lo­rit besitzt das Buch kei­nen, die Figu­ren­zeich­nung ist sub­stanz­los, es ist bei aller Span­nungs­lo­sig­keit nicht schlecht geschrie­ben, hier­bei auch bes­ser als der Rest der Müns­ter­land­kri­mis, aber ohne rech­ten Pfiff.

Eine Lese­emp­feh­lung für alle, die bei die­ser Serie am Ball blei­ben wol­len, und für Kri­mi­le­ser, die auf Ner­ven­kit­zel ver­zich­ten möch­ten.

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Jürgen Kehrer: Kein Fall für Wilsberg

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Wei­te­rer Schritt in mei­nem Vor­ha­ben, ein­mal die Wils­berg-Roma­ne durch­zu­le­sen: Der vier­te Schmö­ker der Rei­he . Ein Indus­tri­el­ler eines Vor­orts von Müns­ter wird ermor­det auf­ge­fun­den. Sei­ne Fir­ma ist in Waf­fen­lie­fe­run­gen ver­strickt und er hat ein per­sön­li­ches Geheim­nis. Sämt­li­che Figu­ren bis auf Wils­berg blei­ben farb­los, der Fall haut einen nicht vom Hocker, Lokal­ko­lo­rit ist auch kaum gege­ben, ein­zig die Mord­me­tho­de bleibt viel­leicht etwas im Hin­ter­kopf. Ansons­ten geht sich die­ser Text im Rausch all­täg­li­cher Infor­ma­tio­nen ziel­si­cher unter.
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Jürgen Kehrer: Wilsberg – Gottesgemüse

Der drit­ter Teil der Wils­berg-Bücher-Serie, Got­tes­ge­mü­se

, spielt im hoch­be­tuch­ten Sek­ten-Milieu. Das Buch wur­de nicht ver­filmt, die Hand­lung kommt einem aller­dings auch hin­läu­fig bekannt vor. Viel­leicht war das in den 90ern anders, aber unterm Strich bleibt nur eine Ver­fol­gungs­jagd nach Eng­land übrig. Weder son­der­lich span­nend, noch sprach­lich oder inhalt­lich im Gedächt­nis blei­bend.
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Jörg Hartmann/ Jürgen Kehrer – Wilsberg: In alter Freundschaft

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Den zwei­ten Wils­berg-Kri­mi gibt es seit letz­tem Jahr auch als Comic-Ver­si­on (die gibt es auch online), illus­triert durch Zeich­nun­gen von Jörg Hart­mann. Damit trifft man neben den zwei Fern­se­her­mitt­lern nun auf die drit­te bild­li­che Ver­kör­pe­rung des Georg Wils­berg. Wür­de mich ja wun­dern, wenn der es nicht noch in Müns­ter auf die Büh­ne schafft.

Hart­mann gelin­gen sehr schö­ne Zeich­nun­gen Müns­ters und Ams­ter­dams, das hat mir sehr gut gefal­len. Der Fall ist ähn­lich span­nungs­reich oder span­nungs­arm wie der ers­te, hat einen ähn­li­chen Ver­lauf, was aber als Comic durch­aus unter­halt­sam funk­tio­niert. Die Ver­fil­mung war­tet mit der bezau­bern­den Bar­ba­ra Rud­nik auf, einem gut auf­ge­leg­ten Thors­ten Nin­del, Tho­mas Schü­cke und einer glän­zen­den Rita Rus­sek.

Wor­um geht’s? Wils­berg muss die Ver­stri­ckun­gen, in die sei­ne alte, immer noch ver­ehr­te Jugend­lie­be sich ver­fing und letz­ten Endes dar­an zu Grun­de ging, ent­wir­ren. Dabei kriegt er wahl­wei­se der­be eins auf’s Maul (Buch/Comic) oder mit der Poli­zei zu tun (Film).

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Jürgen Kehrer – Und die Toten lässt man ruhen

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23 Jah­re nach dem Erschei­nen des Buches und 18 Jah­re nach der Ver­fil­mung war es mal an der Zeit, den ers­ten Wils­berg unter die Lupe zu neh­men – wenn man schon ein­mal dabei ist, Müns­ter­land-Kri­mis zu lesen.

Ein psy­chisch ange­schla­ge­ner Mann aus Nord­wal­de beauf­tragt den Münz- und Brief­mar­ken­händ­ler Georg Wils­berg, der zusätz­lich als Detek­tiv arbe­tet, den ver­meind­li­chen Selbst­mord sei­nes Bru­ders vor 11 bzw. 16 Jah­ren zu unter­su­chen. Wils­berg kommt einem Kor­rup­ti­ons­skan­dal auf die Spur und löst das Geheim­nis um den fin­gier­ten Selbst­mord.

Im Buch wird die Geschich­te ab und an mit etwas Lokal­ko­lo­rit deko­riert, die Auf­lö­sung kommt schließ­lich aber etwas aus hei­te­rem Him­mel. Zum Mitra­ten oder -fie­bern ist das nichts.

Der Film hat außer einer Ver­fol­gungs­jagd durch die Innen­stadt und ein paar älte­ren Häu­sern wenig Lokal­ko­lo­rit zu bie­ten, dafür spie­len die groß­ar­ti­ge Hans-Mar­tin Stier, Ste­fan Wim­mer und Hein­rich Schaf­meis­ter mit, letz­te­rer der ein­zi­ge, der in fol­gen­den Wils­berg-Fil­men wie­der­zu­se­hen ist. Joa­chim Król spielt eigent­lich so wie immer. Der Auf­trag­ge­ber und sei­ne Nich­te wer­den als psy­chisch ange­schla­ge­ner dar­ge­stellt als im Buch, was etwas über­zo­gen wird. Der böse Kom­mis­sar wird auch etwas anders dar­ge­stellt. Ansons­ten ent­spricht der Film in vie­len Din­gen der Vor­la­ge.

Alles in allem: Harm­lo­se Unter­hal­tung, die man schnell ver­gisst.

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Alfred Bekker – Der Teufel von Münster

Der Teufel von Münster

Ich bin doch eini­ger­ma­ßen posi­tiv über­rascht von die­ser Mischung aus Regio­nal­kri­mi und Myste­ry­ge­schich­te. Bek­ker schreibt span­nend und unter­halt­sam, und mit dem Lokal­ko­lo­rit ist Bek­ker auch gut dabei. Dabei fällt die psy­cho­lo­gi­sche Sei­te etwas lasch aus, eini­ge Logik­brü­che sind zu ver­zeich­nen, der Kom­mis­sar ist erstaun­lich limi­tiert und zum Ende geht der Geschich­te die Luft aus. Aber bis dahin wird man gut unter­hal­ten. Nur wie­so das Buch „Der Teu­fel von Müns­ter“ heißt, ist mir nicht klar gewor­den.

Zur Geschich­te: Kom­mis­sar und Kri­mi­nal­psy­cho­lo­gin unter­su­chen eine Mord­se­rie zwi­schen Telg­te, Lad­ber­gen und Kat­ten­ven­ne. Als ob das noch nicht sku­ril genug wäre, bekom­men sie Unter­stüt­zung von einem ihrer Pati­en­ten, der sich für eine Sagen­ge­stalt hält. Aller­dings scheint er ab und an mehr zu sehen als die Ermitt­ler.

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Sabine Schulze Gronover – Todgeweiht im Münsterland

todgeweihtimmuensterland

Ja, Sie ahnen es schon, wir sind bei der Trash-Lite­ra­tur unter den Müns­ter­land­kri­mis gelan­det:

Tod­ge­weiht im Müns­ter­land ist die wir­re, logik­strot­zen­de Geschich­te um einen Lek­tor, dem eine Daher­ge­lau­fe­ne zuraunt, er wer­de gleich ster­ben, was er ver­trau­ens­voll hin­ter­her­ren­dend erst ein­mal glaubt, dann wird er fast erschos­sen, was sei­ne Beglei­tung belus­ti­gend fin­det, und eine Fami­li­en­mord­ge­schich­te gilt es auch noch zu lösen. Das alle­samt ist albern, meta­phern­über­la­den („Der ein­zi­ge Aus­gang war uns ver­sperrt. Es gab noch zwei völ­lig ver­staub­te klei­ne Fens­ter, die höhn­insch auf uns her­ab­zu­bli­cken schie­nen, denn mit gefes­sel­ten Hän­den gab es kei­ne Mög­lich­keit, die­se Ober­lich­ter zu errei­chen.“) geschrie­ben und nimmt sich zu ernst, als dass es als Trash schon wie­der gut wäre. Und das Müns­ter­land wird auch nur name­drop­pend ver­wen­det. Naja, immer­hin wird hier nicht ver­sucht, fern­seh­for­ma­tig für Unter­hal­tung zu sor­gen.

Aller­dings fehlt der Auto­rin genau das, was dem Roman (Lese­pro­be) fehlt: Ein ver­nünf­ti­ger Lek­tor.

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Stefan Holtkötter – Landgericht

Morgenkaffee

An Müns­ter­land-Kri­mis gibt es ja inzwi­schen eine Viel­zahl. Auch der gebo­re­ne Müns­ter­län­der und Wahl-Ber­li­ner Ste­fan Holt­köt­ter möch­te in die­sem Fahr­was­ser mit­schwim­men: Ein Stu­dent wird auf dem Bahn­hof der fik­ti­ven müns­ter­län­di­schen Stadt Ger­ten­beck zusam­men­ge­schla­gen und getö­tet. Es kommt zur Gerichts­ver­hand­lung. Doch Zwei­fel an den ver­mu­te­ten Tätern wach­sen und so wird die Geschich­te aus der Sicht des Opfers und des zustän­di­gen Kri­mi­nal­kom­mis­sars auf­ge­ar­bei­tet.

Die Geschich­te ist sprach­lich nicht schlecht erzählt, krankt aller­dings an feh­len­der Span­nung und aus­blei­ben­dem Tief­gang, den vor­her­seh­ba­ren Wen­dun­gen und der unver­ständ­li­chen Auf­lö­sung. Man hät­te auch die Orts­na­men an Trier anpas­sen kön­nen und es einen Trie­rer-Land-Kri­mi beti­teln kön­nen. Ein For­mat­kri­mi wie ein durch­schnitt­li­cher Tat­ort.

Ein Inter­view mit dem Autor gibt es bei lit­Bor­ken. Und wem’s gefällt: Im Sep­tem­ber kommt der nächs­te Kri­mi des Autors.

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