Jürgen Kehrer: Lambertussingen

lambertuskehrer

Dies ist der zwei­te Teil der Bas­ti­an-Matt-Rei­he vom Wils­berg-Erfin­der, die etwas im Müns­te­ra­ner Umfeld spie­len soll: Ein Frau­en­mör­der zieht mit sei­nem Cam­ping­wa­gen durchs Müns­ter­land und ori­en­tiert sich beim Töten am Lied des Lam­ber­tus­sin­gens.

Keh­rer legt in die­sem Fall Wert auf die kor­rek­te Beschrei­bung von Poli­zei­ar­beit und Täter­psy­cho­lo­gie. Lei­der geht dies stark zu Las­ten der eigent­li­chen Geschich­te, denn die ist abge­lutscht, unspan­nend, witz­los und vor­her­seh­bar. Und wenn Keh­rer der asia­ti­schen Gerichts­me­di­zi­ne­rin andich­tet, dass sie dau­ernd deut­sche Sprich­wör­ter anwen­det und dies kon­se­quent falsch, dann nervt das irgend­wann nur noch. Lokal­ko­lo­rit besitzt das Buch kei­nen, die Figu­ren­zeich­nung ist sub­stanz­los, es ist bei aller Span­nungs­lo­sig­keit nicht schlecht geschrie­ben, hier­bei auch bes­ser als der Rest der Müns­ter­land­kri­mis, aber ohne rech­ten Pfiff.

Eine Lese­emp­feh­lung für alle, die bei die­ser Serie am Ball blei­ben wol­len, und für Kri­mi­le­ser, die auf Ner­ven­kit­zel ver­zich­ten möch­ten.

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Jürgen Kehrer: Münsterland ist abgebrannt

muensterlandistabgebrannt

Ganz schön ver­dienst­voll, wie Jür­gen Keh­rer, der Erfin­der der Wils­berg-Rei­he im ZDF, das Müns­ter­land in den Blick­punkt der deut­schen Kri­mi­nal­li­te­ra­tur rückt. Müns­ter­land ist abge­brannt ist der Auf­takt einer neu­en Müns­ter­land­kri­mi­rei­he und kommt schon mal näher in unse­rer Rich­tung als ande­re Müns­ter­land­kri­mis.

Der Plot ist eine Bio­pi­ra­te­rie-Geschich­te zwi­schen Nord­wal­de, Alten­ber­ge, Spitz­ber­gen, Müns­ter und Len­ge­rich. Dass der milio­nen­schwe­re Besit­zer eines Unter­neh­mens aus Len­ge­rich auch in Len­ge­rich wohnt, kommt mir zwar etwas merk­wür­dig vor, aber las­sen wir das der dich­te­ri­schen Frei­heit. Dass die dau­er­gei­le Asia­tin aus­ge­rech­net aus dem chi­ne­si­schen Dörf­chen kommt, das in der Geschich­te eine wesent­li­che Rol­le spielt, dann aber so gar nichts mit der Geschich­te zu tun hat – etwas irri­tie­rend. Dass im Alten­heim das Mai­kä­fer-flieg-Lied in einer Zei­le zu „Müns­ter­land ist abge­brannt“ umge­dich­tet wird, ich mag’s mir nicht vor­stel­len.

An den bes­ten Stel­len ist dies ein Regio­nal­kri­mi, der sich sprach­lich und inhalt­lich von ande­ren Reprä­sen­tan­ten sei­nes Gen­res wohl­tu­end abhebt, an schlech­te­ren eine unin­spi­rier­te Anein­an­der­rei­hung von Haupt­sät­zen, die den Leser aus der Geschich­te rei­ßen. Für trü­be Som­mer­re­gen­ta­ge aber eine will­kom­me­ne Abwechs­lung, nicht nur für Leu­te aus der Regi­on.

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