Münstersche Zeitung soll verkauft werden

Die Müns­ter­sche Zei­tung soll ver­kauft wer­den. Inter­es­siert soll die Unter­neh­mens­grup­pe Aschen­dorff sein, bei der die West­fä­li­schen Nach­rich­ten, die den Man­tel der IVZ lie­fert, ver­legt wer­den. Die Müns­ter­sche Zei­tung hat ver­gli­chen mit der IVZ eine etwa gleich­ho­he Auf­la­ge. Noch ist unklar, ob das Kar­tell­amt einer sol­chen Über­nah­me zustimmt.

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Das urbane Lebensgefühl

Eines muss man Nor­bert Tie­mann, dem Chef­re­dak­teur der WN, ja las­sen: Mei­nung hat er – egal wie­viel Ahnung er hat.

Nun schwang er sich auf zu erklä­ren, wie es zu der Abwahl des Ober­bür­ger­meis­ters der CDU in Düs­sel­dorf kam. Er hat wohl gegen eine gol­de­ne Regel ver­sto­ßen, mit der die CDU in Groß­städ­ten gewin­nen kann:

Die her­kömm­li­chen, eher klas­si­schen Lebens­ge­wohn­hei­ten sind in den Groß­städ­ten auf dem Rück­marsch […] Mit ihrem gepfleg­ten Kom­pe­tenz-Pro­fil Wirtschaft/Finanzen/Sicherheit und Ord­nung kön­nen die Christ­de­mo­kra­ten hier nicht mehr ent­schei­dend punk­ten. […] Das urba­ne Lebens­ge­fühl zu ver­kör­pern und im Per­so­nal auch abzu­bil­den ohne Preis­ga­be ihrer iden­ti­täts­stif­ten­den Grund­wer­te ist eine Her­aus­for­de­rung, der sich die CDU stel­len muss; ein Wider­spruch ist es nicht.

Nun ist es in Düs­sel­dorf so gewe­sen, dass die Ober­bür­ger­meis­ter­wahl gera­de im zwei­ten Wahl­gang sicher­lich eine Per­so­nen­wahl gewe­sen ist – war­um auch nicht. Dumm war nur für die CDU, dass deren amtie­ren­der Kan­di­dat, Dirk Elbers, dau­ernd in Fett­näpf­chen getre­ten ist, sei es dass er Que­re­len mit der Feu­er­wehr hat­te; dass er merk­wür­di­ge Geschen­ke annahm; dass er Gel­der für sozia­len Wohn­raum zöger­lich abge­ru­fen hat; dass er Leu­ten (Poli­zis­ten, Kran­ken­schwes­tern), die sich beschwer­ten, sie könn­ten sich die Mie­ten in Düs­sel­dorf nicht leis­ten, riet aus Düs­sel­dorf weg zu zie­hen; dass er Ruhr­ge­biets­städ­te belei­dig­te, indem er mein­te, dort wol­le man nicht tot überm Zaun hän­gen und so wei­ter.

Kurz­um: Er mach­te schlicht einen arro­gan­ten Ein­druck und das, ohne eige­ne Erfolgs­pro­jek­te zu haben. Man hat­te ihn bei der vor­her­ge­hen­den Wahl mit fast 60% gewählt, um die erfolg­rei­che Poli­tik sei­nes Vor­gän­gers wei­ter­zu­füh­ren. In die­ser Hin­sicht hat Elbers schlicht ent­täuscht. Nur so ist zu erklä­ren, dass er gegen einen unbe­kann­ten Nobo­dy so deut­lich ver­lor.

Was das urba­ne Lebens­ge­fühl ist, von dem Tie­mann spricht, weiß ich nicht. Wie irgend­je­mand es pas­send ver­kör­pert, so dass es bei Wah­len aus­schlag­ge­bend sein könn­te, ist mir auch rät­sel­haft. Es spiel­te in Düs­sel­dorf auch kei­ne Rol­le.

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Probleme von Rechten mit Links

Ab und an woll­te ich ja doch schon nach den Rech­ten vor Ort sehen, aber man muss sich schon inzwi­schen Mühe geben, da über­haupt was mit zu bekom­men. Es ist ruhig gewor­den um die Pohls die­ser Welt und ehe­ma­li­ge Gefähr­ten wen­den sich von deren Par­tei ab.

So auch die ehe­ma­li­ge NPD-Orts­vor­sit­zen­de Rhei­nes, die ges­tern wegen Links auf ihrer inzwi­schen abge­schal­te­ten Inter­net­sei­te zu 900€ Stra­fe ver­ur­teilt wor­den ist.

Gestol­pert bin ich dann doch noch über ein 2 Jah­re altes Por­trait der Dame – pen­delnd zwi­schen Jam­mern und Rum­spin­nen.

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Vor der Wahl und nach der Wahl

Vor der Wahl war die AfD für WN-Chef­re­dak­teu­er Tie­mann noch eine sich selbst zer­le­gen­de Cha­os­trup­pe:

Eine die Poli­tik gestal­ten­de Kom­pe­tenz ist indes nicht erkenn­bar

Aber nach der Wahl könn­te man ja mei­nen, dass die AfD der CDU zur Macht ver­hel­fen kann, also schwupps weg mit den grund­sätz­li­chen Beden­ken, dass mit denen kein Staat zu machen sei:

Kom­mu­nal- und lan­des­po­li­tisch mag es eine ande­re Ant­wort geben

Nee, is klar.

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Tiemanns Peinlichkeiten

Schon lan­ge nicht mehr WN-Chef­re­dak­teur und CDU-Fan Nor­bert Tie­mann behan­delt, aber es gibt ihn noch. Gera­de hält er sich spe­zi­el­les psy­cho­lo­gi­sches Wis­sen über Ger­hard Schrö­der zu Gute:

Es mag mensch­lich ver­ständ­lich sein, dass Schrö­der die sei­ner­zeit welt­weit Irri­ta­tio­nen aus­lö­sen­de Geburts­tags­um­ar­mung mit dem mili­tä­ri­schen Pro­vo­ka­teur Putin im Nach­hin­ein öffent­lich zu recht­fer­ti­gen ver­sucht, indem er sich zu einem der Erfolgs-Väter auf­schwingt. Offen bleibt dabei aller­dings, wel­che der Ges­ten denn nun die pein­li­che­re ist.

Es geht um die Frei­las­sung der OSZE-Mit­ar­bei­ter. Tie­mann unter­stellt, Schrö­der wol­le sich die­se auf die eige­nen Fah­nen schrei­ben. Und das sei pein­lich. Schon blöd, wenn die Mer­kel im Ukrai­ne-Kon­flikt noch nichts geris­sen hat, und ihr Vor­gän­ger unge­fragt auf dem Par­kett erscheint.

Nun ist Schrö­der nicht der Ein­zi­ge, der meint, er kön­ne posi­tiv auf die Frei­las­sung der Gei­seln ein­ge­wirkt haben. Der ehe­ma­li­ge Gene­ral­in­spek­teur der Bun­des­wehr, Harald Kujat, hat vor knapp 2 Wochen in den Raum gestellt, man müs­se womög­lich Schrö­der für sei­nen Ein­satz dank­bar sein. Gre­gor Gysi sieht das ähn­lich. Und Vol­ker Kau­der auch.

Wie Tie­mann jetzt dar­auf kommt, Schrö­der wol­le mit sei­nem Gespräch über die OSZE-Gei­seln die Umar­mung von Putin zu sei­nem Geburts­tag kaschie­ren, das ver­steht wohl wie­der ein­mal nur Tie­mann selbst. Als ob Gas-Gerd so etwas pein­lich wäre.

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Tiemann über Hoeneß

Hoe­neß, das ist bei der WN Chef­sa­che (heu­te in der WN, Link folgt).

kein Jour­na­list hat in die­sen Tagen mit Uli Hoe­neß gespro­chen. Die Suche nach Moti­ven für sei­nen plötz­li­chen Ent­schluss, ins Gefäng­nis zu gehen, sind und blei­ben daher rei­ne Spe­ku­la­ti­on.

Zumin­dest für Jour­na­lis­ten, denen ent­gan­gen ist, dass Uli Hoe­neß sei­ne Moti­va­ti­on selbst erklärt hat:

Nach Gesprä­chen mit mei­ner Fami­lie habe ich mich ent­schlos­sen, das Urteil des Land­ge­richts Mün­chen II in mei­ner Steu­er­an­ge­le­gen­heit anzu­neh­men. Ich habe mei­ne Anwäl­te beauf­tragt, nicht dage­gen in Revi­si­on zu gehen. Das ent­spricht mei­nem Ver­ständ­nis von Anstand, Hal­tung und per­sön­li­cher Ver­ant­wor­tung. Steu­er­hin­ter­zie­hung war der Feh­ler mei­nes Lebens. Den Kon­se­quen­zen die­ses Feh­lers stel­le ich mich.

Vom Spe­ku­lie­ren möch­te Tie­mann aber dann doch nicht die Fin­ger las­sen:

Gänz­lich unbe­ant­wor­tet näm­lich ist bis­lang die Fra­ge nach der Her­kunft der drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trä­ge, die ihn erst in den Spe­ku­la­ti­ons- und Betrugs­wahn­sinn getrie­ben haben.

Das Geld ist schuld. Nu wis­sen wir’s.

Hoe­neß […] ver­dient kein Mit­leid, wohl aber Respekt.

Wofür noch­mal? Dafür, dass er ins Gefäng­nis geht und sich nicht zuhau­se ver­schanzt?

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Wie die WN versucht, auf einem totgerittenen Pferd zu reiten

Das Leis­tungs­schutz­recht ist ein tot­ge­rit­te­nes Pferd. Mir ist noch kein Fall bekannt, in dem die­ses Gesetz ange­wen­det wur­de. Goog­le hat auf die­ses sku­ri­le Gesetz reagiert, indem auf der Sei­te Goog­le News nur noch Arti­kel von Sei­ten, die ihr Ein­ver­stän­dis zur Ver­we­nung soge­nann­ter Snip­pets gege­ben haben, auf­tau­chen. Die Vor­rei­ter des Axel-Sprin­ger-Kon­zerns haben die­ses Ein­ver­ständ­nis gege­ben, des­we­gen tau­chen Arti­kel die­ses Ver­la­ges auf, die WN, die zum Aschen­dorff-Ver­lag gehört, und die IVZ taten dies nicht, des­we­gen fin­det man kei­ne Nach­rich­ten die­ser Zei­tun­gen auf Goog­le News. Zumin­dest kaum.

Das wol­len eini­ge Ver­le­ger wohl nicht auf sich sit­zen las­sen und über­neh­men das Ruder bei der VG Medi­en. Snip­pets sol­len bezahlt wer­den:

«Wenn sich ein Anbie­ter dau­er­haft bei den Leis­tun­gen von Ver­la­gen bedient, muss auch eine Ver­gü­tung erfol­gen», sag­te Aschen­dorff-Geschäfts­füh­rer Edu­ard Hüffer. «Dies ist eigent­lich eine Selbst­ver­ständ­lich­keit.»

Ja, sicher. Es geht aber gar nicht um die­sen Fall, son­dern um den Fall, dass man sein Ein­ver­ständ­nis erklärt, dass Snip­pets durch Goog­le ver­wen­det wer­den.

Da Goog­le sich bis­lang strikt wei­gert, für die Dar­stel­lung von Snip­pets Geld zu zah­len, wird mit Span­nung erwar­tet, ob der abseh­ba­re Rechts­streit dazu füh­ren wird, dass die Ange­bo­te der VG-Media-Ver­la­ge künf­tig nicht mehr im Index der Such­ma­schi­ne auf­tau­chen.

Aha, Ver­le­ger erwar­ten nun also, was längst ein­ge­tre­ten ist: Ver­la­ge, die sich nicht bereit erklä­ren, dass Goog­le Snip­pets zu ihren Arti­keln ver­wen­det, flie­gen aus dem Index. Der Axel-Sprin­ger-Ver­lag hat ja gera­de dadurch irri­tiert, dass er einer­seits mas­siv das LSR gefor­dert hat, um dann hin­ter­her Goog­le Snip­pets zu gestat­ten. Die­se Infor­ma­ti­on wird im Pres­se­text irgend­wie ver­schwie­gen. Immer­hin wird ange­fügt, dass die Arti­kel des Aschen­dorff-Ver­lags nicht mehr bei Goog­le News zu fin­den sind:

Auch die Aschen­dorff-Grup­pe war betrof­fen: «Die Ange­bo­te unse­res Ver­lags wur­den aus Goog­le News ent­fernt, weil wir nicht auf die Bedin­gun­gen von Goog­le ein­ge­stie­gen sind», sag­te Hüffer. «Wir hal­ten die­ses De-Lis­ting für einen Miss­brauch einer markt­be­herr­schen­den Stel­lung.»

Goog­le News nutzt also laut Aschen­dorff-Ver­lag kei­ne Snip­pets von Aschen­dorff-Pro­duk­ten und der Aschen­dorff-Ver­lag will nun aber doch Koh­le sehen. Und wenn Goog­le nicht Snip­pets des Aschen­dorff-Ver­la­ges nutzt, ist das ein Markt­miss­brauch, weil Aschen­dorff kos­ten­los Anspruch auf die Leis­tun­gen Goo­g­les hat.

So ver­wun­dert es dann auch nicht, dass bei den Kom­men­ta­to­ren im Hei­se-Forum kein Ver­ständ­nis den Ver­le­gern gegen­über auf­kommt.

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