Forderung des Deutschen Journalistenverbandes

Falls jemand dach­te, die Ruf­ram­po­nie­rung Nor­bert Tie­manns könn­ten nicht schlim­mer wer­den:

Der DJV-Ver­bands­tag for­dert den Ver­lag und ins­be­son­de­re den Chef­re­dak­teur Dr. Nor­bert Tie­mann auf, den WN-Redak­teu­ren nicht mit fal­schen Infor­ma­tio­nen und Dro­hun­gen die Tarif­bin­dung abzu­pres­sen.

Ein Schlag ins Gesicht für jeman­den, der über Goog­le mein­te, es sei ein Unter­neh­men, dass mit Leis­tun­gen Pro­fi­te mache,

ohne die Erbrin­ger die­ser Leis­tung dar­an fair finan­zi­ell zu betei­li­gen.

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Die Münstersche Zombiezeitung

Die Chro­nik des ange­kün­dig­ten Todes der Müns­ter­schen Zei­tung nach der Über­nah­me durch den Aschen­dorff-Ver­lag, dem die WN gehört, kann ein neu­es Kapi­tel ver­zeich­nen:

Zum 15. Nobem­ver 2014 erscheint die Müns­ter­sche Zei­tung zum letz­ten Mal in der alt­be­kann­ten Form. Danach wer­den die bis­he­ri­gen Lokal­tei­le für Müns­ter, Gre­ven und Stein­furt ein­ge­stampft und sol­len durch ihre Ent­spre­chun­gen der WN ersetzt wer­den. Der Man­tel­teil soll dann von den Ruhr Nach­rich­ten kom­men. Fragt sich nur, wer so eine Zom­bie-Zei­tung lesen will.

Grund für die Umstruk­tu­rie­rung sind die 2,7 Mio. € Mie­se, die die Müns­ter­sche Zei­tung im Jahr anhäuft.

Schon etwas ver­bit­tert schreibt Tho­mas Knüwer über die Ver­le­ger­aus­drucks­wei­se zum erwart­ba­ren Stel­len­ab­bau:

Nicht weni­ger zynisch ist das, was Lam­bert Len­sing-Wolff in einer Haus­mit­tei­lung vom 29. Juli erklärt hat­te (die mir vor­liegt): “Für den Unter­neh­mens­er­folg sind sei­ne Mit­ar­bei­ter ver­ant­wort­lich. Also Sie. Das Team und sein Zusam­men­spiel sind die ent­schei­den­den Fak­to­ren. In den bis­he­ri­gen 16 Jah­ren mei­ner Arbeit im Medi­en­haus konn­ten wir dank Ihres gro­ßen Ein­sat­zes unse­re wesent­li­chen Her­aus­for­de­run­gen meis­tern.” Lüge oder Welt­fremd­heit? Dies bei Ver­le­gern beant­wor­ten zu wol­len, habe ich für mich längst auf­ge­ge­ben.

Ralf Hei­mann, ehe­ma­li­ger Redak­teur der Müns­ter­schen Zei­tung, beschreibt den abseh­ba­ren Unter­gang der Zei­tung exem­pla­risch:

Zu wenig Geld, zu wenig Zeit, zu wenig Rück­grat.

Dazu kommt aber noch etwas viel Schlim­me­res: die Über­zeu­gung, dass der Leser doof ist – oder das meis­te zumin­dest schon nicht mer­ken wird.

Des­halb jubelt man ihm Wer­bung unter, ohne es irgend­wo zu erwäh­nen.

Des­halb füllt man die Hälf­te der Zei­tung mit Pres­se­mit­tei­lun­gen, die es woan­ders umsonst gibt.

Des­halb macht man Zei­tun­gen, die im Prin­zip nur Anzei­gen­kun­den inter­es­sant fin­den kön­nen.

Des­halb führt man Bezahl­schran­ken ein, die sich umge­hen las­sen, indem man die Coo­kies löscht.

Des­halb gehen Zei­tun­gen Medi­en­part­ner­schaf­ten ein, die Exklu­siv-Infos abwer­fen sol­len, was aber noch nie pas­siert ist, und die letzt­lich nur dazu füh­ren, dass die Berich­te über den Medi­en­part­ner über­ra­schend wohl­wol­lend aus­fal­len.

Und des­halb wirft man eine Redak­ti­on her­aus und ver­kauft den Leu­ten eine Zei­tung, die sie eigent­lich gar nicht haben wol­len.

Und so sieht der kri­ti­sche Jour­na­lis­mus dann aus: Unter die­sem Arti­kel erscheint am Ende die­ser Tipp:
mzohneredaktion


und führt ins Lee­re. Schon dpa-Mel­dun­gen sind zu kri­tisch für die­ses Blatt.
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Burgfunk #1: Stefan Streit

stefanstreit


Ers­ter Burg­funk mit Teck­len­burgs Bür­ger­meis­ter Ste­fan Streit.
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Anja Karliczek zur Verabschiedung des Lebensversicherungsreformgesetzes

Es ist mir ja glatt ent­gan­gen, dass sich Anja Kar­li­c­zek in der Debat­te zum Lebens­ver­si­che­rungs­re­form­ge­setz noch ein­mal zu Wort gemel­det hat:

Wie­der jault sie mit den Ver­si­che­run­gen und kommt der Kri­tik der ange­spro­che­nen Susan­na Kara­wans­kij, es wür­den kei­ne belast­ba­ren Daten zur Debat­te gestellt, nicht nach. Her­bert From­me sieht die Reform in der Süd­deut­schen Zei­tung so:

Die Lebens­ver­si­che­rer haben sich ver­zockt. Sie haben in den 90er- Jah­ren hohe Zins­ga­ran­ti­en bis zu vier Pro­zent zuge­sagt, um ihre über­teu­er­ten Ange­bo­te zu ver­kau­fen. Heu­te haben sie Pro­ble­me, die Garan­ti­en zu ver­die­nen. Die Ant­wort: Jetzt muss die gesam­te Kund­schaft ran. Die nöti­gen Rück­stel­lun­gen für die Hoch­zins­ga­ran­ti­en dür­fen nun auch die Kun­den stem­men, die sich mit den nied­ri­gen Zins­ga­ran­ti­en von 1,75 oder 2,5 Pro­zent zufrie­den­ge­ben müs­sen. […] Der Gewinn des Markt­füh­rers Alli­anz Lebens­ver­si­che­rung steigt der­weil kräf­tig. Die Kun­den haben nichts davon.

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Steinfurt.tv weiter bei Gloria.tv

Letz­tes Jahr habe ich wohl etwas vor­schnell vom Ende von Steinfurt.tv gespro­chen. Die Betrei­ber waren von Zei­tun­gen in die Enge getrie­ben wor­den, weil sie ihre Bei­trä­ge auf Gloria.tv zur Schau stell­ten. Noch im letz­ten Juli bezeich­ne­te der „Pres­se­spre­cher des Bis­tums Essen, Ulrich Lota, gloria.tv als „Echo­raum“ für rechts­ex­tre­mis­ti­sche Gläu­bi­ge inner­halb der römisch-katho­li­schen Kir­che“.

Mit Hin­weis auf die nicht min­der merk­wür­di­ge Sei­te katholisches.info erklärt man nun auf Steinfurt.tv:

Mit Stand vom 1. Novem­ber (2013) liegt Gloria.tv in Deutsch­land im Ale­xa Ran­king auf Platz Eins der katho­li­schen Nach­rich­ten­sei­ten.

So als hät­te es eine öffent­li­che Kri­tik an der Sei­te nie gege­ben.

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Münstersche Zeitung soll verkauft werden

Die Müns­ter­sche Zei­tung soll ver­kauft wer­den. Inter­es­siert soll die Unter­neh­mens­grup­pe Aschen­dorff sein, bei der die West­fä­li­schen Nach­rich­ten, die den Man­tel der IVZ lie­fert, ver­legt wer­den. Die Müns­ter­sche Zei­tung hat ver­gli­chen mit der IVZ eine etwa gleich­ho­he Auf­la­ge. Noch ist unklar, ob das Kar­tell­amt einer sol­chen Über­nah­me zustimmt.

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Das urbane Lebensgefühl

Eines muss man Nor­bert Tie­mann, dem Chef­re­dak­teur der WN, ja las­sen: Mei­nung hat er – egal wie­viel Ahnung er hat.

Nun schwang er sich auf zu erklä­ren, wie es zu der Abwahl des Ober­bür­ger­meis­ters der CDU in Düs­sel­dorf kam. Er hat wohl gegen eine gol­de­ne Regel ver­sto­ßen, mit der die CDU in Groß­städ­ten gewin­nen kann:

Die her­kömm­li­chen, eher klas­si­schen Lebens­ge­wohn­hei­ten sind in den Groß­städ­ten auf dem Rück­marsch […] Mit ihrem gepfleg­ten Kom­pe­tenz-Pro­fil Wirtschaft/Finanzen/Sicherheit und Ord­nung kön­nen die Christ­de­mo­kra­ten hier nicht mehr ent­schei­dend punk­ten. […] Das urba­ne Lebens­ge­fühl zu ver­kör­pern und im Per­so­nal auch abzu­bil­den ohne Preis­ga­be ihrer iden­ti­täts­stif­ten­den Grund­wer­te ist eine Her­aus­for­de­rung, der sich die CDU stel­len muss; ein Wider­spruch ist es nicht.

Nun ist es in Düs­sel­dorf so gewe­sen, dass die Ober­bür­ger­meis­ter­wahl gera­de im zwei­ten Wahl­gang sicher­lich eine Per­so­nen­wahl gewe­sen ist – war­um auch nicht. Dumm war nur für die CDU, dass deren amtie­ren­der Kan­di­dat, Dirk Elbers, dau­ernd in Fett­näpf­chen getre­ten ist, sei es dass er Que­re­len mit der Feu­er­wehr hat­te; dass er merk­wür­di­ge Geschen­ke annahm; dass er Gel­der für sozia­len Wohn­raum zöger­lich abge­ru­fen hat; dass er Leu­ten (Poli­zis­ten, Kran­ken­schwes­tern), die sich beschwer­ten, sie könn­ten sich die Mie­ten in Düs­sel­dorf nicht leis­ten, riet aus Düs­sel­dorf weg zu zie­hen; dass er Ruhr­ge­biets­städ­te belei­dig­te, indem er mein­te, dort wol­le man nicht tot überm Zaun hän­gen und so wei­ter.

Kurz­um: Er mach­te schlicht einen arro­gan­ten Ein­druck und das, ohne eige­ne Erfolgs­pro­jek­te zu haben. Man hat­te ihn bei der vor­her­ge­hen­den Wahl mit fast 60% gewählt, um die erfolg­rei­che Poli­tik sei­nes Vor­gän­gers wei­ter­zu­füh­ren. In die­ser Hin­sicht hat Elbers schlicht ent­täuscht. Nur so ist zu erklä­ren, dass er gegen einen unbe­kann­ten Nobo­dy so deut­lich ver­lor.

Was das urba­ne Lebens­ge­fühl ist, von dem Tie­mann spricht, weiß ich nicht. Wie irgend­je­mand es pas­send ver­kör­pert, so dass es bei Wah­len aus­schlag­ge­bend sein könn­te, ist mir auch rät­sel­haft. Es spiel­te in Düs­sel­dorf auch kei­ne Rol­le.

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Probleme von Rechten mit Links

Ab und an woll­te ich ja doch schon nach den Rech­ten vor Ort sehen, aber man muss sich schon inzwi­schen Mühe geben, da über­haupt was mit zu bekom­men. Es ist ruhig gewor­den um die Pohls die­ser Welt und ehe­ma­li­ge Gefähr­ten wen­den sich von deren Par­tei ab.

So auch die ehe­ma­li­ge NPD-Orts­vor­sit­zen­de Rhei­nes, die ges­tern wegen Links auf ihrer inzwi­schen abge­schal­te­ten Inter­net­sei­te zu 900€ Stra­fe ver­ur­teilt wor­den ist.

Gestol­pert bin ich dann doch noch über ein 2 Jah­re altes Por­trait der Dame – pen­delnd zwi­schen Jam­mern und Rum­spin­nen.

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Vor der Wahl und nach der Wahl

Vor der Wahl war die AfD für WN-Chef­re­dak­teu­er Tie­mann noch eine sich selbst zer­le­gen­de Cha­os­trup­pe:

Eine die Poli­tik gestal­ten­de Kom­pe­tenz ist indes nicht erkenn­bar

Aber nach der Wahl könn­te man ja mei­nen, dass die AfD der CDU zur Macht ver­hel­fen kann, also schwupps weg mit den grund­sätz­li­chen Beden­ken, dass mit denen kein Staat zu machen sei:

Kom­mu­nal- und lan­des­po­li­tisch mag es eine ande­re Ant­wort geben

Nee, is klar.

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