Jürgen Kehrer: Lambertussingen

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Dies ist der zwei­te Teil der Bas­ti­an-Matt-Rei­he vom Wils­berg-Erfin­der, die etwas im Müns­te­ra­ner Umfeld spie­len soll: Ein Frau­en­mör­der zieht mit sei­nem Cam­ping­wa­gen durchs Müns­ter­land und ori­en­tiert sich beim Töten am Lied des Lam­ber­tus­sin­gens.

Keh­rer legt in die­sem Fall Wert auf die kor­rek­te Beschrei­bung von Poli­zei­ar­beit und Täter­psy­cho­lo­gie. Lei­der geht dies stark zu Las­ten der eigent­li­chen Geschich­te, denn die ist abge­lutscht, unspan­nend, witz­los und vor­her­seh­bar. Und wenn Keh­rer der asia­ti­schen Gerichts­me­di­zi­ne­rin andich­tet, dass sie dau­ernd deut­sche Sprich­wör­ter anwen­det und dies kon­se­quent falsch, dann nervt das irgend­wann nur noch. Lokal­ko­lo­rit besitzt das Buch kei­nen, die Figu­ren­zeich­nung ist sub­stanz­los, es ist bei aller Span­nungs­lo­sig­keit nicht schlecht geschrie­ben, hier­bei auch bes­ser als der Rest der Müns­ter­land­kri­mis, aber ohne rech­ten Pfiff.

Eine Lese­emp­feh­lung für alle, die bei die­ser Serie am Ball blei­ben wol­len, und für Kri­mi­le­ser, die auf Ner­ven­kit­zel ver­zich­ten möch­ten.

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WN-Mitarbeiter wehren sich gegen internen Druck

In den letz­ten Tagen konn­te man ver­neh­men, wie der Deut­sche Jour­na­lis­ten­ver­band (DJV) auf sei­ner NRW-Tagung den Aschen­dorff-Ver­­lag, Her­aus­ge­ber der West­fä­li­schen Nach­rich­ten, und im Spe­zi­el­len den Chefredak­teur Dr. Nor­bert Tie­mann auf­rief, den WN-Redak­teu­ren nicht mit fal­schen Infor­ma­tio­nen und Dro­hun­gen die Tar­if­bindung abzu­pres­sen.

Bei mee­dia wird heu­te etwas aus dem Näh­käst­chen der WN geplau­dert:

100 Redak­teu­re der WN sol­len den Aus­tritt aus der Tarif­bin­dung erklä­ren, doch die wider­set­zen sich bis­lang mehr­heit­lich. Eine klei­ne Min­der­heit hat bis­lang unter­schrie­ben, auf Gehalts­er­hö­hun­gen und freie Tage zu ver­zich­ten und eine Wochen­ar­beits­zeit von 40 statt bis­her 36,5 Stun­den in Kauf zu neh­men. Soll­te sich hier­an nicht viel ändern, droht der Ver­lag mit betriebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen und Nor­bert Tie­mann schiebt den Schwar­zen Peter schon mal den eige­nen Jour­na­lis­ten zu:

Eini­ge machen es zum Objekt eines Spiels mit dem Feu­er.

Nee, Herr Tie­mann, das als Grund für Spar­maß­nah­men ange­führ­te Ver­pas­sen des Online-Geschäfts, in das die WN über­haupt erst 2007(!) ein­ge­stie­gen ist, ist zunächst ein­mal Ver­lags­ver­schul­den.

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Jürgen Kehrer: Kein Fall für Wilsberg

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Wei­te­rer Schritt in mei­nem Vor­ha­ben, ein­mal die Wils­berg-Roma­ne durch­zu­le­sen: Der vier­te Schmö­ker der Rei­he . Ein Indus­tri­el­ler eines Vor­orts von Müns­ter wird ermor­det auf­ge­fun­den. Sei­ne Fir­ma ist in Waf­fen­lie­fe­run­gen ver­strickt und er hat ein per­sön­li­ches Geheim­nis. Sämt­li­che Figu­ren bis auf Wils­berg blei­ben farb­los, der Fall haut einen nicht vom Hocker, Lokal­ko­lo­rit ist auch kaum gege­ben, ein­zig die Mord­me­tho­de bleibt viel­leicht etwas im Hin­ter­kopf. Ansons­ten geht sich die­ser Text im Rausch all­täg­li­cher Infor­ma­tio­nen ziel­si­cher unter.
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  • Müns­ter­sche Zei­tung“: DJV-Ver­bands­tag kri­ti­siert Aschen­dorff Ver­lag scharf Nach der Schel­te über die Aus­höh­lung der Müns­ter­schen Zei­tung der nächs­te Nacken­schlag für den Ver­lag der West­fä­li­schen Nach­rich­ten:

    Die Ver­le­ger krem­peln aber nicht nur die Medi­en­land­schaft in Müns­ter um, sie set­zen auch neue Nega­tiv-Maß­stä­be im Umgang mit Tari­fen und Mit­ar­bei­tern. Aschen­dorff will laut DJV aus dem Zei­tungs­ta­rif­ver­trag aus­sche­ren und hat laut DJV die rund 140 Redak­teu­re der West­fä­li­schen Nach­rich­ten (WN) ulti­ma­tiv auf­ge­for­dert, auf die Tarif­bin­dung zu ver­zich­ten. Mit Hin­weis auf ansons­ten dro­hen­de Kün­di­gun­gen wur­den ihnen bereits neue Arbeits­ver­trä­ge zuge­stellt, die mehr Arbeit, weni­ger Gehalt und weni­ger Frei­zeit bedeu­ten.

  • Wir freu­en uns auf Ibben­bü­ren Bäcke­rei Lie­sen­köt­ter inves­tiert sechs­stel­lig in Ibben­bü­ren.
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Forderung des Deutschen Journalistenverbandes

Falls jemand dach­te, die Ruf­ram­po­nie­rung Nor­bert Tie­manns könn­ten nicht schlim­mer wer­den:

Der DJV-Ver­bands­tag for­dert den Ver­lag und ins­be­son­de­re den Chef­re­dak­teur Dr. Nor­bert Tie­mann auf, den WN-Redak­teu­ren nicht mit fal­schen Infor­ma­tio­nen und Dro­hun­gen die Tarif­bin­dung abzu­pres­sen.

Ein Schlag ins Gesicht für jeman­den, der über Goog­le mein­te, es sei ein Unter­neh­men, dass mit Leis­tun­gen Pro­fi­te mache,

ohne die Erbrin­ger die­ser Leis­tung dar­an fair finan­zi­ell zu betei­li­gen.

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Die Münstersche Zombiezeitung

Die Chro­nik des ange­kün­dig­ten Todes der Müns­ter­schen Zei­tung nach der Über­nah­me durch den Aschen­dorff-Ver­lag, dem die WN gehört, kann ein neu­es Kapi­tel ver­zeich­nen:

Zum 15. Nobem­ver 2014 erscheint die Müns­ter­sche Zei­tung zum letz­ten Mal in der alt­be­kann­ten Form. Danach wer­den die bis­he­ri­gen Lokal­tei­le für Müns­ter, Gre­ven und Stein­furt ein­ge­stampft und sol­len durch ihre Ent­spre­chun­gen der WN ersetzt wer­den. Der Man­tel­teil soll dann von den Ruhr Nach­rich­ten kom­men. Fragt sich nur, wer so eine Zom­bie-Zei­tung lesen will.

Grund für die Umstruk­tu­rie­rung sind die 2,7 Mio. € Mie­se, die die Müns­ter­sche Zei­tung im Jahr anhäuft.

Schon etwas ver­bit­tert schreibt Tho­mas Knüwer über die Ver­le­ger­aus­drucks­wei­se zum erwart­ba­ren Stel­len­ab­bau:

Nicht weni­ger zynisch ist das, was Lam­bert Len­sing-Wolff in einer Haus­mit­tei­lung vom 29. Juli erklärt hat­te (die mir vor­liegt): “Für den Unter­neh­mens­er­folg sind sei­ne Mit­ar­bei­ter ver­ant­wort­lich. Also Sie. Das Team und sein Zusam­men­spiel sind die ent­schei­den­den Fak­to­ren. In den bis­he­ri­gen 16 Jah­ren mei­ner Arbeit im Medi­en­haus konn­ten wir dank Ihres gro­ßen Ein­sat­zes unse­re wesent­li­chen Her­aus­for­de­run­gen meis­tern.” Lüge oder Welt­fremd­heit? Dies bei Ver­le­gern beant­wor­ten zu wol­len, habe ich für mich längst auf­ge­ge­ben.

Ralf Hei­mann, ehe­ma­li­ger Redak­teur der Müns­ter­schen Zei­tung, beschreibt den abseh­ba­ren Unter­gang der Zei­tung exem­pla­risch:

Zu wenig Geld, zu wenig Zeit, zu wenig Rück­grat.

Dazu kommt aber noch etwas viel Schlim­me­res: die Über­zeu­gung, dass der Leser doof ist – oder das meis­te zumin­dest schon nicht mer­ken wird.

Des­halb jubelt man ihm Wer­bung unter, ohne es irgend­wo zu erwäh­nen.

Des­halb füllt man die Hälf­te der Zei­tung mit Pres­se­mit­tei­lun­gen, die es woan­ders umsonst gibt.

Des­halb macht man Zei­tun­gen, die im Prin­zip nur Anzei­gen­kun­den inter­es­sant fin­den kön­nen.

Des­halb führt man Bezahl­schran­ken ein, die sich umge­hen las­sen, indem man die Coo­kies löscht.

Des­halb gehen Zei­tun­gen Medi­en­part­ner­schaf­ten ein, die Exklu­siv-Infos abwer­fen sol­len, was aber noch nie pas­siert ist, und die letzt­lich nur dazu füh­ren, dass die Berich­te über den Medi­en­part­ner über­ra­schend wohl­wol­lend aus­fal­len.

Und des­halb wirft man eine Redak­ti­on her­aus und ver­kauft den Leu­ten eine Zei­tung, die sie eigent­lich gar nicht haben wol­len.

Und so sieht der kri­ti­sche Jour­na­lis­mus dann aus: Unter die­sem Arti­kel erscheint am Ende die­ser Tipp:
mzohneredaktion


und führt ins Lee­re. Schon dpa-Mel­dun­gen sind zu kri­tisch für die­ses Blatt.
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Burgfunk #1: Stefan Streit

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Ers­ter Burg­funk mit Teck­len­burgs Bür­ger­meis­ter Ste­fan Streit.
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Anja Karliczek zur Verabschiedung des Lebensversicherungsreformgesetzes

Es ist mir ja glatt ent­gan­gen, dass sich Anja Kar­li­c­zek in der Debat­te zum Lebens­ver­si­che­rungs­re­form­ge­setz noch ein­mal zu Wort gemel­det hat:

Wie­der jault sie mit den Ver­si­che­run­gen und kommt der Kri­tik der ange­spro­che­nen Susan­na Kara­wans­kij, es wür­den kei­ne belast­ba­ren Daten zur Debat­te gestellt, nicht nach. Her­bert From­me sieht die Reform in der Süd­deut­schen Zei­tung so:

Die Lebens­ver­si­che­rer haben sich ver­zockt. Sie haben in den 90er- Jah­ren hohe Zins­ga­ran­ti­en bis zu vier Pro­zent zuge­sagt, um ihre über­teu­er­ten Ange­bo­te zu ver­kau­fen. Heu­te haben sie Pro­ble­me, die Garan­ti­en zu ver­die­nen. Die Ant­wort: Jetzt muss die gesam­te Kund­schaft ran. Die nöti­gen Rück­stel­lun­gen für die Hoch­zins­ga­ran­ti­en dür­fen nun auch die Kun­den stem­men, die sich mit den nied­ri­gen Zins­ga­ran­ti­en von 1,75 oder 2,5 Pro­zent zufrie­den­ge­ben müs­sen. […] Der Gewinn des Markt­füh­rers Alli­anz Lebens­ver­si­che­rung steigt der­weil kräf­tig. Die Kun­den haben nichts davon.

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Steinfurt.tv weiter bei Gloria.tv

Letz­tes Jahr habe ich wohl etwas vor­schnell vom Ende von Steinfurt.tv gespro­chen. Die Betrei­ber waren von Zei­tun­gen in die Enge getrie­ben wor­den, weil sie ihre Bei­trä­ge auf Gloria.tv zur Schau stell­ten. Noch im letz­ten Juli bezeich­ne­te der „Pres­se­spre­cher des Bis­tums Essen, Ulrich Lota, gloria.tv als „Echo­raum“ für rechts­ex­tre­mis­ti­sche Gläu­bi­ge inner­halb der römisch-katho­li­schen Kir­che“.

Mit Hin­weis auf die nicht min­der merk­wür­di­ge Sei­te katholisches.info erklärt man nun auf Steinfurt.tv:

Mit Stand vom 1. Novem­ber (2013) liegt Gloria.tv in Deutsch­land im Ale­xa Ran­king auf Platz Eins der katho­li­schen Nach­rich­ten­sei­ten.

So als hät­te es eine öffent­li­che Kri­tik an der Sei­te nie gege­ben.

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