Burgfunk #2: Alexander Klaws und Sascha Krebs

Alexander Klaws und Sascha Krebs


Zwei­ter Burg­funk mit DSDS-Sie­ger Alex­an­der Klaws und dem Sie­ger der Her­zen Sascha Krebs.
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Ein typischer Tiemann, mehr nicht

Ein typi­scher Tie­mann-Kom­men­tar geht so: Man kom­bi­niert eine pro­ble­ma­ti­sche Aus­gangs­la­ge mit einer unbe­wie­se­nen Behaup­tung, suche einen Schul­di­gen, der das Pro­blem hand­streich­ar­tig lösen soll, und fer­tig ist die Lau­be. Beim Anschlag auf Char­lie Heb­do sieht das so aus:

Staat­li­che Sicher­heits­ap­pa­ra­te, die unse­re Frei­heit schüt­zen sol­len, schei­nen über­for­dert, die in einer Art Par­al­lel­ge­sell­schaft leben­den und fana­tisch radi­ka­li­sier­ten Isla­mis­ten zu kon­trol­lie­ren, ihnen recht­zei­tig das Hand­werk zu legen. Han­deln muss des­halb die isla­mi­sche Glau­bens­ge­mein­schaft: Indem sie sich von den Extre­mis­ten und deren Sym­pa­thi­san­ten los­sagt und ihnen durch Äch­tung jed­we­der Form von Gewalt den geis­ti­gen Nähr­bo­den ent­zieht.

Das ist unge­fähr so sinn­voll, als hät­te man in den 80ern der Katho­li­schen Kir­che emp­foh­len, sie sol­le doch mal gegen die R.A.F. vor­ge­hen, weil der Staat das Pro­blem nicht in den Griff kriegt.

Klingt so blöd wie es ist. Denn wer wie im Zitat eine Reli­gi­on als Kriegs­re­li­gi­on brand­markt, soll­te sich viel­leicht eher mit sei­nen eige­nen Vor­ur­tei­len aus­ein­an­der­set­zen, anstatt ande­ren Vor­schrif­ten dar­über zu machen, was ihre mora­li­sche Leh­re sein soll.

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Jürgen Kehrer – Schuß und Gegenschuß

wilsbergschuss

Ein abge­sack­ter Wils­berg hat mit dem nie­de­ren Film­busi­ness zu tun und trifft auf abge­half­ter­te Mit­ar­bei­ter des Gen­res. Span­nung bleibt aus, Über­ra­schungs­ef­fek­te sind nicht vor­han­den, Lokal­ko­lo­rit und Figu­ren­zeich­nung mäßig, aber vor allem sprach­lich ist die­ser Teil der Kri­mi­rei­he ein­schlä­fernd.

Der Autor macht nicht den Ein­druck, als kön­ne er der Figur Wils­berg noch irgend­wel­che inter­es­san­ten Aspek­te abge­win­nen, die Serie hät­te hier enden kön­nen – geht aber noch 12 Tei­le wei­ter.

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Kathryn Taylor: Colors of love (Bd. 1–5)

Cover

So weit mir bekannt ist, ist Kathryn Tay­lor von den vor Ort woh­nen­den Schrift­stel­lern die Ein­zi­ge, die es mal in die Spie­gel-Best­sel­ler­lis­te geschafft hat. Das darf mal genug Grund sein, sich mal ihre Schmö­ker vor­zu­neh­men. Aller­dings wäre mir wohl auch ein ande­rer nicht ein­ge­fal­len.

Die 22-jäh­ri­ge, sexu­ell uner­fah­re­ne Grace, eine Brid­get-Jones-Vari­an­te, him­melt den hoch­wohl­ge­bo­re­nen Jona­than, einen Mr-Shef­field-Abklatsch, an und ver­wan­delt sich von der nai­ven Jung­frau zum nai­ven Flitt­chen, das sich fragt, ob er es wohl ernst meint. Kost­pro­be?

Im nächs­ten Moment spü­re ich die Fahr­stuhl­wand im Rücken, und sei­ne Hän­de legen sich um mei­ne Brüs­te, strei­chen durch den dün­nen Stoff mei­nes Shirts über die auf­ge­rich­te­ten Nip­pel. Die Berüh­rung schickt Blit­ze in mei­nen Unter­leib, viel inten­si­ver als die in mei­nem Traum, und ich wer­de von einer Wel­le viel zu gewal­ti­ger Emp­fin­dun­gen über­rollt, wäh­rend ich sei­nen Kuss wei­ter fast ver­zwei­felt erwi­de­re. Er ist mir über­le­gen, in jeder Hin­sicht, domi­niert mich, aber genau das erregt mich auf eine nie gekann­te Wei­se. Wie eine Ertrin­ken­de hal­te ich mich an ihm fest und erge­be mich dem Ansturm sei­ner Lip­pen und Hän­de.

Das geht dann vier wei­te­re Bän­de so „pri­ckelnd“ wei­ter. Ein auf der Shades-of-Grey-Wel­le schwim­men­der Haus­frau­en­por­no für Ver­tre­te­rin­nen des weib­li­chen Geschlechts, an denen die Eman­zi­pa­ti­on fol­gen­los vor­bei gegan­gen ist.

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Jürgen Kehrer: Wilsberg und die Wiedertäufer

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Über den aktu­el­len Keh­rer-Kri­mi blieb mir ja wenig Posi­ti­ves zu sagen, das konn­te ich mir qua­si für einen älte­ren auf­spa­ren: Wils­berg und die Wie­der­täu­fer ist vom Anfang der Kri­mi­se­rie her gese­hen der bis­lang bes­te Wils­berg-Kri­mi in Buch­form.

Eine Grup­pe von der Katho­li­schen Kir­che sich gede­mü­tigt Füh­len­der begeht Anschlä­ge zu Moti­ven der Wie­der­täu­fer. Wils­berg schlid­dert bei der Auf­klä­rung des Fal­les in die Grup­pen­dy­na­mik hin­ein so dass SPOILERALARM er auch der Lie­be wegen sich vor Gericht wie­der sieht und in Fol­ge des­sen pri­vat vor dem Nichts steht.

Ein wenig Lokal­ko­lo­rit, etwas Lie­bes­an­bän­de­lei, ein biss­chen Lokal­his­to­rie mit Fuß­no­ten, ein ange­schla­ge­ner Held und tat­säch­lich so etwas wie Span­nung zum Fina­le, das Buch den Leser bei der Stan­ge hal­tend inter­es­sant zu Ende erzählt wird – was will man mehr von einem Pro­vinz­kri­mi?

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Jürgen Kehrer: Lambertussingen

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Dies ist der zwei­te Teil der Bas­ti­an-Matt-Rei­he vom Wils­berg-Erfin­der, die etwas im Müns­te­ra­ner Umfeld spie­len soll: Ein Frau­en­mör­der zieht mit sei­nem Cam­ping­wa­gen durchs Müns­ter­land und ori­en­tiert sich beim Töten am Lied des Lam­ber­tus­sin­gens.

Keh­rer legt in die­sem Fall Wert auf die kor­rek­te Beschrei­bung von Poli­zei­ar­beit und Täter­psy­cho­lo­gie. Lei­der geht dies stark zu Las­ten der eigent­li­chen Geschich­te, denn die ist abge­lutscht, unspan­nend, witz­los und vor­her­seh­bar. Und wenn Keh­rer der asia­ti­schen Gerichts­me­di­zi­ne­rin andich­tet, dass sie dau­ernd deut­sche Sprich­wör­ter anwen­det und dies kon­se­quent falsch, dann nervt das irgend­wann nur noch. Lokal­ko­lo­rit besitzt das Buch kei­nen, die Figu­ren­zeich­nung ist sub­stanz­los, es ist bei aller Span­nungs­lo­sig­keit nicht schlecht geschrie­ben, hier­bei auch bes­ser als der Rest der Müns­ter­land­kri­mis, aber ohne rech­ten Pfiff.

Eine Lese­emp­feh­lung für alle, die bei die­ser Serie am Ball blei­ben wol­len, und für Kri­mi­le­ser, die auf Ner­ven­kit­zel ver­zich­ten möch­ten.

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WN-Mitarbeiter wehren sich gegen internen Druck

In den letz­ten Tagen konn­te man ver­neh­men, wie der Deut­sche Jour­na­lis­ten­ver­band (DJV) auf sei­ner NRW-Tagung den Aschen­dorff-Ver­­lag, Her­aus­ge­ber der West­fä­li­schen Nach­rich­ten, und im Spe­zi­el­len den Chefredak­teur Dr. Nor­bert Tie­mann auf­rief, den WN-Redak­teu­ren nicht mit fal­schen Infor­ma­tio­nen und Dro­hun­gen die Tar­if­bindung abzu­pres­sen.

Bei mee­dia wird heu­te etwas aus dem Näh­käst­chen der WN geplau­dert:

100 Redak­teu­re der WN sol­len den Aus­tritt aus der Tarif­bin­dung erklä­ren, doch die wider­set­zen sich bis­lang mehr­heit­lich. Eine klei­ne Min­der­heit hat bis­lang unter­schrie­ben, auf Gehalts­er­hö­hun­gen und freie Tage zu ver­zich­ten und eine Wochen­ar­beits­zeit von 40 statt bis­her 36,5 Stun­den in Kauf zu neh­men. Soll­te sich hier­an nicht viel ändern, droht der Ver­lag mit betriebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen und Nor­bert Tie­mann schiebt den Schwar­zen Peter schon mal den eige­nen Jour­na­lis­ten zu:

Eini­ge machen es zum Objekt eines Spiels mit dem Feu­er.

Nee, Herr Tie­mann, das als Grund für Spar­maß­nah­men ange­führ­te Ver­pas­sen des Online-Geschäfts, in das die WN über­haupt erst 2007(!) ein­ge­stie­gen ist, ist zunächst ein­mal Ver­lags­ver­schul­den.

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Jürgen Kehrer: Kein Fall für Wilsberg

buchleser

Wei­te­rer Schritt in mei­nem Vor­ha­ben, ein­mal die Wils­berg-Roma­ne durch­zu­le­sen: Der vier­te Schmö­ker der Rei­he . Ein Indus­tri­el­ler eines Vor­orts von Müns­ter wird ermor­det auf­ge­fun­den. Sei­ne Fir­ma ist in Waf­fen­lie­fe­run­gen ver­strickt und er hat ein per­sön­li­ches Geheim­nis. Sämt­li­che Figu­ren bis auf Wils­berg blei­ben farb­los, der Fall haut einen nicht vom Hocker, Lokal­ko­lo­rit ist auch kaum gege­ben, ein­zig die Mord­me­tho­de bleibt viel­leicht etwas im Hin­ter­kopf. Ansons­ten geht sich die­ser Text im Rausch all­täg­li­cher Infor­ma­tio­nen ziel­si­cher unter.
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  • Müns­ter­sche Zei­tung“: DJV-Ver­bands­tag kri­ti­siert Aschen­dorff Ver­lag scharf Nach der Schel­te über die Aus­höh­lung der Müns­ter­schen Zei­tung der nächs­te Nacken­schlag für den Ver­lag der West­fä­li­schen Nach­rich­ten:

    Die Ver­le­ger krem­peln aber nicht nur die Medi­en­land­schaft in Müns­ter um, sie set­zen auch neue Nega­tiv-Maß­stä­be im Umgang mit Tari­fen und Mit­ar­bei­tern. Aschen­dorff will laut DJV aus dem Zei­tungs­ta­rif­ver­trag aus­sche­ren und hat laut DJV die rund 140 Redak­teu­re der West­fä­li­schen Nach­rich­ten (WN) ulti­ma­tiv auf­ge­for­dert, auf die Tarif­bin­dung zu ver­zich­ten. Mit Hin­weis auf ansons­ten dro­hen­de Kün­di­gun­gen wur­den ihnen bereits neue Arbeits­ver­trä­ge zuge­stellt, die mehr Arbeit, weni­ger Gehalt und weni­ger Frei­zeit bedeu­ten.

  • Wir freu­en uns auf Ibben­bü­ren Bäcke­rei Lie­sen­köt­ter inves­tiert sechs­stel­lig in Ibben­bü­ren.
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