Probleme von Rechten mit Links

Ab und an woll­te ich ja doch schon nach den Rech­ten vor Ort sehen, aber man muss sich schon inzwi­schen Mühe geben, da über­haupt was mit zu bekom­men. Es ist ruhig gewor­den um die Pohls die­ser Welt und ehe­ma­li­ge Gefähr­ten wen­den sich von deren Par­tei ab.

So auch die ehe­ma­li­ge NPD-Orts­vor­sit­zen­de Rhei­nes, die ges­tern wegen Links auf ihrer inzwi­schen abge­schal­te­ten Inter­net­sei­te zu 900€ Stra­fe ver­ur­teilt wor­den ist.

Gestol­pert bin ich dann doch noch über ein 2 Jah­re altes Por­trait der Dame – pen­delnd zwi­schen Jam­mern und Rum­spin­nen.

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Wie die WN versucht, auf einem totgerittenen Pferd zu reiten

Das Leis­tungs­schutz­recht ist ein tot­ge­rit­te­nes Pferd. Mir ist noch kein Fall bekannt, in dem die­ses Gesetz ange­wen­det wur­de. Goog­le hat auf die­ses sku­ri­le Gesetz reagiert, indem auf der Sei­te Goog­le News nur noch Arti­kel von Sei­ten, die ihr Ein­ver­stän­dis zur Ver­we­nung soge­nann­ter Snip­pets gege­ben haben, auf­tau­chen. Die Vor­rei­ter des Axel-Sprin­ger-Kon­zerns haben die­ses Ein­ver­ständ­nis gege­ben, des­we­gen tau­chen Arti­kel die­ses Ver­la­ges auf, die WN, die zum Aschen­dorff-Ver­lag gehört, und die IVZ taten dies nicht, des­we­gen fin­det man kei­ne Nach­rich­ten die­ser Zei­tun­gen auf Goog­le News. Zumin­dest kaum.

Das wol­len eini­ge Ver­le­ger wohl nicht auf sich sit­zen las­sen und über­neh­men das Ruder bei der VG Medi­en. Snip­pets sol­len bezahlt wer­den:

«Wenn sich ein Anbie­ter dau­er­haft bei den Leis­tun­gen von Ver­la­gen bedient, muss auch eine Ver­gü­tung erfol­gen», sag­te Aschen­dorff-Geschäfts­füh­rer Edu­ard Hüffer. «Dies ist eigent­lich eine Selbst­ver­ständ­lich­keit.»

Ja, sicher. Es geht aber gar nicht um die­sen Fall, son­dern um den Fall, dass man sein Ein­ver­ständ­nis erklärt, dass Snip­pets durch Goog­le ver­wen­det wer­den.

Da Goog­le sich bis­lang strikt wei­gert, für die Dar­stel­lung von Snip­pets Geld zu zah­len, wird mit Span­nung erwar­tet, ob der abseh­ba­re Rechts­streit dazu füh­ren wird, dass die Ange­bo­te der VG-Media-Ver­la­ge künf­tig nicht mehr im Index der Such­ma­schi­ne auf­tau­chen.

Aha, Ver­le­ger erwar­ten nun also, was längst ein­ge­tre­ten ist: Ver­la­ge, die sich nicht bereit erklä­ren, dass Goog­le Snip­pets zu ihren Arti­keln ver­wen­det, flie­gen aus dem Index. Der Axel-Sprin­ger-Ver­lag hat ja gera­de dadurch irri­tiert, dass er einer­seits mas­siv das LSR gefor­dert hat, um dann hin­ter­her Goog­le Snip­pets zu gestat­ten. Die­se Infor­ma­ti­on wird im Pres­se­text irgend­wie ver­schwie­gen. Immer­hin wird ange­fügt, dass die Arti­kel des Aschen­dorff-Ver­lags nicht mehr bei Goog­le News zu fin­den sind:

Auch die Aschen­dorff-Grup­pe war betrof­fen: «Die Ange­bo­te unse­res Ver­lags wur­den aus Goog­le News ent­fernt, weil wir nicht auf die Bedin­gun­gen von Goog­le ein­ge­stie­gen sind», sag­te Hüffer. «Wir hal­ten die­ses De-Lis­ting für einen Miss­brauch einer markt­be­herr­schen­den Stel­lung.»

Goog­le News nutzt also laut Aschen­dorff-Ver­lag kei­ne Snip­pets von Aschen­dorff-Pro­duk­ten und der Aschen­dorff-Ver­lag will nun aber doch Koh­le sehen. Und wenn Goog­le nicht Snip­pets des Aschen­dorff-Ver­la­ges nutzt, ist das ein Markt­miss­brauch, weil Aschen­dorff kos­ten­los Anspruch auf die Leis­tun­gen Goo­g­les hat.

So ver­wun­dert es dann auch nicht, dass bei den Kom­men­ta­to­ren im Hei­se-Forum kein Ver­ständ­nis den Ver­le­gern gegen­über auf­kommt.

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Daniel Wichmann: Ella – Die abgestumpften Leiden des jungen W.

wichmannella

Dani­el Wich­mann hat ein auto­bio­gra­phisch anmu­ten­des Buch über einen Dani­el Wich­mann geschrie­ben, der aus Ibben­bü­ren stammt und sein Leben in Ber­lin durch Anschaf­fung eines Hun­des ver­sucht zu ändern.

Jener Dani­el Wich­mann lebt mit sei­ner Freun­din in der Bun­des­haupt­stadt und gera­de scheint er defi­ni­tiv ins Erwach­se­nen­le­ben hin­ein­zu­schlid­dern: Sei­ne Freun­din ist auf dem Weg in eine weg­wei­sen­de beruf­li­che Posi­ti­on, er schließt sein Stu­di­um ab und gelangt an sei­nen ers­ten Job, und in der Bezie­hung bahnt sich an, dass klar wer­den soll, wohin die Rei­se geht. Aller­dings kri­selt es, die Freun­din ver­misst am Ver­hal­ten ihres Freun­des etwas, er beschließt einen Hund zu kau­fen, um zu zei­gen, dass er bereit ist, für die Bezie­hung etwas zu ris­kie­ren – denn er lei­det unter einer Angst vor Hun­den. Da bricht das Unheil auf ihn ein: Sei­ne Freun­din zieht es beruf­lich nach Ham­burg, sein Job nimmt ihm die Zeit, sich pas­send um den Hund zu küm­mern. Er nimmt unan­ge­mel­det einen trink­freu­di­gen und auch sonst chao­ti­schen Unter­mie­ter auf und ver­liert wegen Hund und Unter­mie­ter Job und Woh­nung. Für unse­ren Dan­dy ist dies aller­dings ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung, denn erfin­det ein miet­ba­res Haus in der Umge­bung Ber­lins, in das er samt Freun­din, die es in Ham­burg allei­ne nicht aus­hält, und Hund ein­zu­zie­hen gedenkt.

Die Span­nung des Buches speist sich natür­lich etwas aus der Fra­ge, inwie­weit Wich­mann hier auto­bio­gra­phisch vor­geht und was erfun­den ist. Zumin­dest – und das ist die gro­ße Stär­ke des Buches – betreibt er kei­ne Schön­fär­be­rei. Sei­ne Haupt­fi­gur ist ein ziem­li­cher Kauz, fast apa­thisch im Umgang mit sei­ner Umwelt. In den eige­nen vier Wän­den fährt er schon mal aus der Haut, wäh­rend er außer­halb den Schwanz ein­zieht. Sei­ner Freun­din kauft er einen Hund, um die Bezie­hung zu ret­ten, was ein doch sehr selt­sa­mer Schritt ist, wie auch die Freun­din spä­ter anmerkt und in Trä­nen aus­bricht. Und ob das Vor­ha­ben so über­haupt gelingt, steht in den Ster­nen. Sein Unter­mie­ter ist im Gegen­satz zu sei­ner eige­nen Spie­ßig­keit ein Bon­vi­vant, mit dem der Buch-Dani­el aber wenig anzu­fan­gen weiß. Den Leser lässt er gera­de anfangs mit vie­len Ver­glei­chen, die uner­klärt in der Luft hän­gen blei­ben, und den Kapi­teln vor­an­ge­stell­ten Zier­zi­ta­ten allei­ne. Aber war­um soll­te es dem Leser auch anders erge­hen als den Per­so­nen im Buch?

Wich­mann ver­kauft sei­ne Leser nicht für blöd, ris­kiert eini­ges mit einer so auto­bio­gra­phi­schen Geschich­te und lie­fert ein durch­aus inter­es­san­tes Ibben­bü­ren-Bild. Über­haupt soll­te Ibben­bü­ren öfter in der Lite­ra­tur auf­tau­chen, wenn man mich fragt. Also: Lesen Sie die­se Geschich­te!

Dani­el Wich­mann – Ella: Ein Hund fürs Leben

, ISBN: 3855357943, Erschei­nungs­ter­min: 20.02.2014
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Anja Karlizek unterstützt Anbau von gentechnisch verändertem Mais

Wir erken­nen die Vor­be­hal­te des Groß­teils der Bevöl­ke­rung gegen­über der grü­nen Gen­tech­nik an.

steht im Koali­ti­ons­ver­trag der aktu­el­len Regie­rung, bedeu­tet aber nicht, dass das irgend­et­was bedeu­tet.

Mich hat ja kurz nach der Wahl jemand gefragt, ob ich nicht wie er, Hoff­nun­gen durch die Wahl von Anja Kar­li­c­zek ver­bän­de. Da war ich ja gera­de noch am Kopf­schüt­teln, weil sie auf Face­book die­se uner­träg­li­che Mär von Arbeits­platz­ver­lus­ten durch Erhö­hung des Spit­zen­steu­er­sat­zes vom Sta­pel gelas­sen hat:

Mit der Erhö­hung des Spit­zen­steu­er­sat­zes und der Ver­mö­gen­steu­er tref­fen sie mit­tel­stän­di­sche Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten bei här­ter wer­den­dem Wett­be­werb ins Mark ihrer Exis­tenz. Sie ris­kie­ren ohne Not vie­le Arbeits­plät­ze und dann sind doch immer die­je­ni­gen am meis­ten betrof­fen, die nicht so leis­tungs­fä­hig sind. Denen hel­fen sie durch Steu­er­erhö­hun­gen nicht, son­dern ris­kie­ren deren Grund­la­ge. Für Dienst­leis­tungs­be­ru­fe kön­nen Sie am meis­ten tun, wenn Sie die Wert­schät­zung von Dienst­leis­tung neu in unse­rer Gesell­schaft ver­an­kern. Bit­te hel­fen Sie mir dabei!

Bei der CDU kommt man immer mit der Angst­ma­che­rei um Arbeits­plät­ze um die Ecke, wenn es um den Spit­zen­steu­er­satz geht. Als ob man ein Bei­spiel eines Lan­des geben könn­te, wo das mal der Fall gewe­sen sei.

Wer die Hoff­nung immer noch nicht begra­ben hat: Anja Kar­li­c­zek hat natür­lich auch brav das Vor­ha­ben, gen­tech­nisch ver­än­der­ten Mais in Deutsch­land anzu­bau­en, unter­stützt . Wie war das noch mit Risi­ko ohne Not? Wert­schät­zung? Aner­ken­nung der Vor­be­hal­te des Groß­teils der Bevöl­ke­rung?

Etwas plas­ti­scher erklärt es quer:

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Jürgen Kehrer: Wilsberg – Gottesgemüse

Der drit­ter Teil der Wils­berg-Bücher-Serie, Got­tes­ge­mü­se

, spielt im hoch­be­tuch­ten Sek­ten-Milieu. Das Buch wur­de nicht ver­filmt, die Hand­lung kommt einem aller­dings auch hin­läu­fig bekannt vor. Viel­leicht war das in den 90ern anders, aber unterm Strich bleibt nur eine Ver­fol­gungs­jagd nach Eng­land übrig. Weder son­der­lich span­nend, noch sprach­lich oder inhalt­lich im Gedächt­nis blei­bend.
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Warum die NOZ weiterhin ein Abo ohne Digital-Zugang hat

Ein wenig wun­dern durf­te man sich (heu­te in der gedruck­ten Ver­si­on, ges­tern online) ja schon, dass die IVZ einen frei zugäng­li­chen Arti­kel der NOZ vom Mon­tag über­nimmt, ihn dann aber mini­malst umschreibt. Aber sei’s drum. Es ist halt manch­mal inter­es­san­ter, was die NOZ so schreibt.

Wie zum Bei­spiel das, was die Redak­ti­on der NOZ gera­de zu ihrem neu­en Abo-Modell schreibt. Inzwi­schen soll man für Arti­kel der NOZ über Abos online Geld zah­len. Die­se Abos sind nicht von einem Zei­tungs-Abon­ne­ment abhän­gig. Man kann also nur die gedruck­te Zei­tung bestel­len oder nur ein Online-Abo, wahl­wei­se für Smart­pho­ne oder Com­pu­ter. Das ist genau das Gebüh­ren­mo­dell, was eini­ge Kun­den der IVZ sich gewünscht hat­ten.

Sei­tens der IVZ hat­te man damals gemeint:

Wür­den wir aber unser Print­pro­dukt durch ein zusätz­li­ches Digi­tal­an­ge­bot schwä­chen – und das wür­de ohne Zwei­fel pas­sie­ren -, dann könn­ten wir unse­ren Inserenten/Werbekunden kein ver­läss­li­ches Ange­bot mehr machen; heißt: Die Reich­wei­te der Tages­zei­tung wür­de sin­ken und damit auch die Attrak­ti­vi­tät der Wer­bung in ihr.

Und da über­rascht die Stel­lung­nah­me der NOZ dann doch etwas, wenn man begrün­det, wes­we­gen man gera­de kei­ne Kopp­lung von gedruck­tem und Online-Abon­ne­ment anbie­tet:

wir hät­ten ger­ne für alle Zei­tungs­abon­nen­ten den kos­ten­lo­sen Zugriff ermög­licht.

Lei­der haben wir uns steu­er­li­chen Grün­den anders ent­schei­den müs­sen: Wäh­rend die Zei­tung nur einer Umsatz­steu­er von sie­ben Pro­zent unter­liegt gilt für digi­ta­le Pro­duk­te der Regel­satz von 19 Pro­zent. Das hät­te für uns bedeu­tet, dass wir bei einer kos­ten­lo­sen Zuga­be zum Zei­tungs­abon­ne­ment mög­li­cher­wei­se etwa ein Vier­tel unse­rer gesam­ten Erlö­se aus dem Zei­tungs­ver­kauf mit 19 Pro­zent MwSt. hät­ten bele­gen müs­sen. Um die­ses Risi­ko deut­lich zu ver­rin­gern, müs­sen Abon­nen­ten sich jetzt bewusst für das Web-Abo zum eher sym­bo­li­schen Preis von einem Euro ent­schei­den und alle rei­nen Zei­tungs­abon­ne­ments unter­lie­gen wei­ter­hin dem ermä­ßig­ten Steu­er­satz.

Bei einem Abo-Preis der gedruck­ten Zei­tung von stol­zen 33,90€ ist die Rede von einem sym­bo­li­schen Preis, den ein Digi­tal­abo im güns­tigs­ten Fall zusätz­lich kos­tet, aller­dings so eine Sache.

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Die Bezahlschranke der NOZ

Jetzt hat auch die Neue Osna­brü­cker Zei­tung eine Art Bezahl­schran­ke, die man nach eige­ner Dar­stel­lung durch Abschlie­ßen von Digi­ta­l­A­bos über­win­det. 10 Arti­kel kann man fort­an direkt und kos­ten­los lesen, danach soll man sich anmel­den und kann wei­te­re 10 Arti­kel kos­ten­los lesen. Die Ange­bo­te sind preis­lich durch­aus attrak­tiv. Alter­na­tiv kann man aber auch ein­fach die Coo­kies der NOZ löschen und schran­ken­los lesen wie bis­her.

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Journalismusimitation der WN

Was ich auch mal ger­ne wis­sen möch­te, ist, ob Zei­tun­gen sich gar nicht mehr an Tren­nung von Wer­bung und Zei­tungs­be­rich­ten hal­ten müs­sen. Soll­ten Wer­be­tex­te nicht mal gekenn­zeich­net wer­den? Denn die­ser Text kann nie­mals ernst­nehm­ba­rer Jour­na­lis­mus sein.

Der Text han­delt angeb­lich von der Akzep­tanz der WN-App sei­tens der Benut­zer. Man könn­te jetzt erwar­ten, dass auf die vie­len nega­ti­ven Kri­ti­ken der App ein­ge­gan­gen wür­de, dass Nut­zer­zah­len ange­ge­ben wer­den, wenigs­tens irgend­wel­che Daten zu Nut­zer­ver­hal­ten. Pus­te­blu­me. Statt­des­sen liest man:

Haben sich iPad und Co. wirk­lich schon durch­ge­setzt? Sie haben!

Bele­ge für die Ant­wort: Null. Wenn Sie sich jetzt fra­gen, was hat denn die Fra­ge, ob sich iPad und Co. durch­ge­setzt haben, mit der Fra­ge nach der Akzep­tanz der WN-App zu tun hat? Fal­sche Fähr­te.

Wie kann man sei­ne Leser nur so für blöd ver­kau­fen?

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