Jürgen Kehrer: Lambertussingen

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Dies ist der zwei­te Teil der Bas­ti­an-Matt-Rei­he vom Wils­berg-Erfin­der, die etwas im Müns­te­ra­ner Umfeld spie­len soll: Ein Frau­en­mör­der zieht mit sei­nem Cam­ping­wa­gen durchs Müns­ter­land und ori­en­tiert sich beim Töten am Lied des Lam­ber­tus­sin­gens.

Keh­rer legt in die­sem Fall Wert auf die kor­rek­te Beschrei­bung von Poli­zei­ar­beit und Täter­psy­cho­lo­gie. Lei­der geht dies stark zu Las­ten der eigent­li­chen Geschich­te, denn die ist abge­lutscht, unspan­nend, witz­los und vor­her­seh­bar. Und wenn Keh­rer der asia­ti­schen Gerichts­me­di­zi­ne­rin andich­tet, dass sie dau­ernd deut­sche Sprich­wör­ter anwen­det und dies kon­se­quent falsch, dann nervt das irgend­wann nur noch. Lokal­ko­lo­rit besitzt das Buch kei­nen, die Figu­ren­zeich­nung ist sub­stanz­los, es ist bei aller Span­nungs­lo­sig­keit nicht schlecht geschrie­ben, hier­bei auch bes­ser als der Rest der Müns­ter­land­kri­mis, aber ohne rech­ten Pfiff.

Eine Lese­emp­feh­lung für alle, die bei die­ser Serie am Ball blei­ben wol­len, und für Kri­mi­le­ser, die auf Ner­ven­kit­zel ver­zich­ten möch­ten.

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Jürgen Kehrer: Kein Fall für Wilsberg

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Wei­te­rer Schritt in mei­nem Vor­ha­ben, ein­mal die Wils­berg-Roma­ne durch­zu­le­sen: Der vier­te Schmö­ker der Rei­he . Ein Indus­tri­el­ler eines Vor­orts von Müns­ter wird ermor­det auf­ge­fun­den. Sei­ne Fir­ma ist in Waf­fen­lie­fe­run­gen ver­strickt und er hat ein per­sön­li­ches Geheim­nis. Sämt­li­che Figu­ren bis auf Wils­berg blei­ben farb­los, der Fall haut einen nicht vom Hocker, Lokal­ko­lo­rit ist auch kaum gege­ben, ein­zig die Mord­me­tho­de bleibt viel­leicht etwas im Hin­ter­kopf. Ansons­ten geht sich die­ser Text im Rausch all­täg­li­cher Infor­ma­tio­nen ziel­si­cher unter.
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Anja Karliczek zur Verabschiedung des Lebensversicherungsreformgesetzes

Es ist mir ja glatt ent­gan­gen, dass sich Anja Kar­li­c­zek in der Debat­te zum Lebens­ver­si­che­rungs­re­form­ge­setz noch ein­mal zu Wort gemel­det hat:

Wie­der jault sie mit den Ver­si­che­run­gen und kommt der Kri­tik der ange­spro­che­nen Susan­na Kara­wans­kij, es wür­den kei­ne belast­ba­ren Daten zur Debat­te gestellt, nicht nach. Her­bert From­me sieht die Reform in der Süd­deut­schen Zei­tung so:

Die Lebens­ver­si­che­rer haben sich ver­zockt. Sie haben in den 90er- Jah­ren hohe Zins­ga­ran­ti­en bis zu vier Pro­zent zuge­sagt, um ihre über­teu­er­ten Ange­bo­te zu ver­kau­fen. Heu­te haben sie Pro­ble­me, die Garan­ti­en zu ver­die­nen. Die Ant­wort: Jetzt muss die gesam­te Kund­schaft ran. Die nöti­gen Rück­stel­lun­gen für die Hoch­zins­ga­ran­ti­en dür­fen nun auch die Kun­den stem­men, die sich mit den nied­ri­gen Zins­ga­ran­ti­en von 1,75 oder 2,5 Pro­zent zufrie­den­ge­ben müs­sen. […] Der Gewinn des Markt­füh­rers Alli­anz Lebens­ver­si­che­rung steigt der­weil kräf­tig. Die Kun­den haben nichts davon.

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Steinfurt.tv weiter bei Gloria.tv

Letz­tes Jahr habe ich wohl etwas vor­schnell vom Ende von Steinfurt.tv gespro­chen. Die Betrei­ber waren von Zei­tun­gen in die Enge getrie­ben wor­den, weil sie ihre Bei­trä­ge auf Gloria.tv zur Schau stell­ten. Noch im letz­ten Juli bezeich­ne­te der „Pres­se­spre­cher des Bis­tums Essen, Ulrich Lota, gloria.tv als „Echo­raum“ für rechts­ex­tre­mis­ti­sche Gläu­bi­ge inner­halb der römisch-katho­li­schen Kir­che“.

Mit Hin­weis auf die nicht min­der merk­wür­di­ge Sei­te katholisches.info erklärt man nun auf Steinfurt.tv:

Mit Stand vom 1. Novem­ber (2013) liegt Gloria.tv in Deutsch­land im Ale­xa Ran­king auf Platz Eins der katho­li­schen Nach­rich­ten­sei­ten.

So als hät­te es eine öffent­li­che Kri­tik an der Sei­te nie gege­ben.

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Probleme von Rechten mit Links

Ab und an woll­te ich ja doch schon nach den Rech­ten vor Ort sehen, aber man muss sich schon inzwi­schen Mühe geben, da über­haupt was mit zu bekom­men. Es ist ruhig gewor­den um die Pohls die­ser Welt und ehe­ma­li­ge Gefähr­ten wen­den sich von deren Par­tei ab.

So auch die ehe­ma­li­ge NPD-Orts­vor­sit­zen­de Rhei­nes, die ges­tern wegen Links auf ihrer inzwi­schen abge­schal­te­ten Inter­net­sei­te zu 900€ Stra­fe ver­ur­teilt wor­den ist.

Gestol­pert bin ich dann doch noch über ein 2 Jah­re altes Por­trait der Dame – pen­delnd zwi­schen Jam­mern und Rum­spin­nen.

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Wie die WN versucht, auf einem totgerittenen Pferd zu reiten

Das Leis­tungs­schutz­recht ist ein tot­ge­rit­te­nes Pferd. Mir ist noch kein Fall bekannt, in dem die­ses Gesetz ange­wen­det wur­de. Goog­le hat auf die­ses sku­ri­le Gesetz reagiert, indem auf der Sei­te Goog­le News nur noch Arti­kel von Sei­ten, die ihr Ein­ver­stän­dis zur Ver­we­nung soge­nann­ter Snip­pets gege­ben haben, auf­tau­chen. Die Vor­rei­ter des Axel-Sprin­ger-Kon­zerns haben die­ses Ein­ver­ständ­nis gege­ben, des­we­gen tau­chen Arti­kel die­ses Ver­la­ges auf, die WN, die zum Aschen­dorff-Ver­lag gehört, und die IVZ taten dies nicht, des­we­gen fin­det man kei­ne Nach­rich­ten die­ser Zei­tun­gen auf Goog­le News. Zumin­dest kaum.

Das wol­len eini­ge Ver­le­ger wohl nicht auf sich sit­zen las­sen und über­neh­men das Ruder bei der VG Medi­en. Snip­pets sol­len bezahlt wer­den:

«Wenn sich ein Anbie­ter dau­er­haft bei den Leis­tun­gen von Ver­la­gen bedient, muss auch eine Ver­gü­tung erfol­gen», sag­te Aschen­dorff-Geschäfts­füh­rer Edu­ard Hüffer. «Dies ist eigent­lich eine Selbst­ver­ständ­lich­keit.»

Ja, sicher. Es geht aber gar nicht um die­sen Fall, son­dern um den Fall, dass man sein Ein­ver­ständ­nis erklärt, dass Snip­pets durch Goog­le ver­wen­det wer­den.

Da Goog­le sich bis­lang strikt wei­gert, für die Dar­stel­lung von Snip­pets Geld zu zah­len, wird mit Span­nung erwar­tet, ob der abseh­ba­re Rechts­streit dazu füh­ren wird, dass die Ange­bo­te der VG-Media-Ver­la­ge künf­tig nicht mehr im Index der Such­ma­schi­ne auf­tau­chen.

Aha, Ver­le­ger erwar­ten nun also, was längst ein­ge­tre­ten ist: Ver­la­ge, die sich nicht bereit erklä­ren, dass Goog­le Snip­pets zu ihren Arti­keln ver­wen­det, flie­gen aus dem Index. Der Axel-Sprin­ger-Ver­lag hat ja gera­de dadurch irri­tiert, dass er einer­seits mas­siv das LSR gefor­dert hat, um dann hin­ter­her Goog­le Snip­pets zu gestat­ten. Die­se Infor­ma­ti­on wird im Pres­se­text irgend­wie ver­schwie­gen. Immer­hin wird ange­fügt, dass die Arti­kel des Aschen­dorff-Ver­lags nicht mehr bei Goog­le News zu fin­den sind:

Auch die Aschen­dorff-Grup­pe war betrof­fen: «Die Ange­bo­te unse­res Ver­lags wur­den aus Goog­le News ent­fernt, weil wir nicht auf die Bedin­gun­gen von Goog­le ein­ge­stie­gen sind», sag­te Hüffer. «Wir hal­ten die­ses De-Lis­ting für einen Miss­brauch einer markt­be­herr­schen­den Stel­lung.»

Goog­le News nutzt also laut Aschen­dorff-Ver­lag kei­ne Snip­pets von Aschen­dorff-Pro­duk­ten und der Aschen­dorff-Ver­lag will nun aber doch Koh­le sehen. Und wenn Goog­le nicht Snip­pets des Aschen­dorff-Ver­la­ges nutzt, ist das ein Markt­miss­brauch, weil Aschen­dorff kos­ten­los Anspruch auf die Leis­tun­gen Goo­g­les hat.

So ver­wun­dert es dann auch nicht, dass bei den Kom­men­ta­to­ren im Hei­se-Forum kein Ver­ständ­nis den Ver­le­gern gegen­über auf­kommt.

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