Einbruch in die Kreissparkasse Mettingen

Ich stö­be­re ja ger­ne in ver­gan­ge­nen Zei­ten. Für Ibben­bü­ren gibt es da schon ein Wiki, aber auch der Alt­kreis birgt inter­es­san­te Geschich­ten:

In Met­tin­gen gab es man eine Kreis­spar­kas­se und dort 1972 einen auf­se­hen­er­re­gen­den Ein­bruch, bei dem mit einem Dia­mant­kern­bohr­ge­rät eine Wand geöff­net wur­de und 365.000 DM erbeu­tet wur­den. Zustän­dig war damals die Kri­mi­nal­po­li­zei Teck­len­burg („Die Kri­po fragt also: Wer hat in letz­ter Zeit Puten­keu­len ver­kauft?“).

Der Fall wur­de nach der Aus­strah­lung des Falls in Akten­zei­chen xy … unge­löst geklärt.

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Jürgen Kehrer – Schuß und Gegenschuß

wilsbergschuss

Ein abge­sack­ter Wils­berg hat mit dem nie­de­ren Film­busi­ness zu tun und trifft auf abge­half­ter­te Mit­ar­bei­ter des Gen­res. Span­nung bleibt aus, Über­ra­schungs­ef­fek­te sind nicht vor­han­den, Lokal­ko­lo­rit und Figu­ren­zeich­nung mäßig, aber vor allem sprach­lich ist die­ser Teil der Kri­mi­rei­he ein­schlä­fernd.

Der Autor macht nicht den Ein­druck, als kön­ne er der Figur Wils­berg noch irgend­wel­che inter­es­san­ten Aspek­te abge­win­nen, die Serie hät­te hier enden kön­nen – geht aber noch 12 Tei­le wei­ter.

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Kathryn Taylor: Colors of love (Bd. 1–5)

Cover

So weit mir bekannt ist, ist Kathryn Tay­lor von den vor Ort woh­nen­den Schrift­stel­lern die Ein­zi­ge, die es mal in die Spie­gel-Best­sel­ler­lis­te geschafft hat. Das darf mal genug Grund sein, sich mal ihre Schmö­ker vor­zu­neh­men. Aller­dings wäre mir wohl auch ein ande­rer nicht ein­ge­fal­len.

Die 22-jäh­ri­ge, sexu­ell uner­fah­re­ne Grace, eine Brid­get-Jones-Vari­an­te, him­melt den hoch­wohl­ge­bo­re­nen Jona­than, einen Mr-Shef­field-Abklatsch, an und ver­wan­delt sich von der nai­ven Jung­frau zum nai­ven Flitt­chen, das sich fragt, ob er es wohl ernst meint. Kost­pro­be?

Im nächs­ten Moment spü­re ich die Fahr­stuhl­wand im Rücken, und sei­ne Hän­de legen sich um mei­ne Brüs­te, strei­chen durch den dün­nen Stoff mei­nes Shirts über die auf­ge­rich­te­ten Nip­pel. Die Berüh­rung schickt Blit­ze in mei­nen Unter­leib, viel inten­si­ver als die in mei­nem Traum, und ich wer­de von einer Wel­le viel zu gewal­ti­ger Emp­fin­dun­gen über­rollt, wäh­rend ich sei­nen Kuss wei­ter fast ver­zwei­felt erwi­de­re. Er ist mir über­le­gen, in jeder Hin­sicht, domi­niert mich, aber genau das erregt mich auf eine nie gekann­te Wei­se. Wie eine Ertrin­ken­de hal­te ich mich an ihm fest und erge­be mich dem Ansturm sei­ner Lip­pen und Hän­de.

Das geht dann vier wei­te­re Bän­de so „pri­ckelnd“ wei­ter. Ein auf der Shades-of-Grey-Wel­le schwim­men­der Haus­frau­en­por­no für Ver­tre­te­rin­nen des weib­li­chen Geschlechts, an denen die Eman­zi­pa­ti­on fol­gen­los vor­bei gegan­gen ist.

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Jürgen Kehrer: Wilsberg und die Wiedertäufer

kehrerwiedertaeufer

Über den aktu­el­len Keh­rer-Kri­mi blieb mir ja wenig Posi­ti­ves zu sagen, das konn­te ich mir qua­si für einen älte­ren auf­spa­ren: Wils­berg und die Wie­der­täu­fer ist vom Anfang der Kri­mi­se­rie her gese­hen der bis­lang bes­te Wils­berg-Kri­mi in Buch­form.

Eine Grup­pe von der Katho­li­schen Kir­che sich gede­mü­tigt Füh­len­der begeht Anschlä­ge zu Moti­ven der Wie­der­täu­fer. Wils­berg schlid­dert bei der Auf­klä­rung des Fal­les in die Grup­pen­dy­na­mik hin­ein so dass SPOILERALARM er auch der Lie­be wegen sich vor Gericht wie­der sieht und in Fol­ge des­sen pri­vat vor dem Nichts steht.

Ein wenig Lokal­ko­lo­rit, etwas Lie­bes­an­bän­de­lei, ein biss­chen Lokal­his­to­rie mit Fuß­no­ten, ein ange­schla­ge­ner Held und tat­säch­lich so etwas wie Span­nung zum Fina­le, das Buch den Leser bei der Stan­ge hal­tend inter­es­sant zu Ende erzählt wird – was will man mehr von einem Pro­vinz­kri­mi?

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Jürgen Kehrer: Lambertussingen

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Dies ist der zwei­te Teil der Bas­ti­an-Matt-Rei­he vom Wils­berg-Erfin­der, die etwas im Müns­te­ra­ner Umfeld spie­len soll: Ein Frau­en­mör­der zieht mit sei­nem Cam­ping­wa­gen durchs Müns­ter­land und ori­en­tiert sich beim Töten am Lied des Lam­ber­tus­sin­gens.

Keh­rer legt in die­sem Fall Wert auf die kor­rek­te Beschrei­bung von Poli­zei­ar­beit und Täter­psy­cho­lo­gie. Lei­der geht dies stark zu Las­ten der eigent­li­chen Geschich­te, denn die ist abge­lutscht, unspan­nend, witz­los und vor­her­seh­bar. Und wenn Keh­rer der asia­ti­schen Gerichts­me­di­zi­ne­rin andich­tet, dass sie dau­ernd deut­sche Sprich­wör­ter anwen­det und dies kon­se­quent falsch, dann nervt das irgend­wann nur noch. Lokal­ko­lo­rit besitzt das Buch kei­nen, die Figu­ren­zeich­nung ist sub­stanz­los, es ist bei aller Span­nungs­lo­sig­keit nicht schlecht geschrie­ben, hier­bei auch bes­ser als der Rest der Müns­ter­land­kri­mis, aber ohne rech­ten Pfiff.

Eine Lese­emp­feh­lung für alle, die bei die­ser Serie am Ball blei­ben wol­len, und für Kri­mi­le­ser, die auf Ner­ven­kit­zel ver­zich­ten möch­ten.

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Jürgen Kehrer: Kein Fall für Wilsberg

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Wei­te­rer Schritt in mei­nem Vor­ha­ben, ein­mal die Wils­berg-Roma­ne durch­zu­le­sen: Der vier­te Schmö­ker der Rei­he . Ein Indus­tri­el­ler eines Vor­orts von Müns­ter wird ermor­det auf­ge­fun­den. Sei­ne Fir­ma ist in Waf­fen­lie­fe­run­gen ver­strickt und er hat ein per­sön­li­ches Geheim­nis. Sämt­li­che Figu­ren bis auf Wils­berg blei­ben farb­los, der Fall haut einen nicht vom Hocker, Lokal­ko­lo­rit ist auch kaum gege­ben, ein­zig die Mord­me­tho­de bleibt viel­leicht etwas im Hin­ter­kopf. Ansons­ten geht sich die­ser Text im Rausch all­täg­li­cher Infor­ma­tio­nen ziel­si­cher unter.
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Anja Karliczek zur Verabschiedung des Lebensversicherungsreformgesetzes

Es ist mir ja glatt ent­gan­gen, dass sich Anja Kar­li­c­zek in der Debat­te zum Lebens­ver­si­che­rungs­re­form­ge­setz noch ein­mal zu Wort gemel­det hat:

Wie­der jault sie mit den Ver­si­che­run­gen und kommt der Kri­tik der ange­spro­che­nen Susan­na Kara­wans­kij, es wür­den kei­ne belast­ba­ren Daten zur Debat­te gestellt, nicht nach. Her­bert From­me sieht die Reform in der Süd­deut­schen Zei­tung so:

Die Lebens­ver­si­che­rer haben sich ver­zockt. Sie haben in den 90er- Jah­ren hohe Zins­ga­ran­ti­en bis zu vier Pro­zent zuge­sagt, um ihre über­teu­er­ten Ange­bo­te zu ver­kau­fen. Heu­te haben sie Pro­ble­me, die Garan­ti­en zu ver­die­nen. Die Ant­wort: Jetzt muss die gesam­te Kund­schaft ran. Die nöti­gen Rück­stel­lun­gen für die Hoch­zins­ga­ran­ti­en dür­fen nun auch die Kun­den stem­men, die sich mit den nied­ri­gen Zins­ga­ran­ti­en von 1,75 oder 2,5 Pro­zent zufrie­den­ge­ben müs­sen. […] Der Gewinn des Markt­füh­rers Alli­anz Lebens­ver­si­che­rung steigt der­weil kräf­tig. Die Kun­den haben nichts davon.

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Steinfurt.tv weiter bei Gloria.tv

Letz­tes Jahr habe ich wohl etwas vor­schnell vom Ende von Steinfurt.tv gespro­chen. Die Betrei­ber waren von Zei­tun­gen in die Enge getrie­ben wor­den, weil sie ihre Bei­trä­ge auf Gloria.tv zur Schau stell­ten. Noch im letz­ten Juli bezeich­ne­te der „Pres­se­spre­cher des Bis­tums Essen, Ulrich Lota, gloria.tv als „Echo­raum“ für rechts­ex­tre­mis­ti­sche Gläu­bi­ge inner­halb der römisch-katho­li­schen Kir­che“.

Mit Hin­weis auf die nicht min­der merk­wür­di­ge Sei­te katholisches.info erklärt man nun auf Steinfurt.tv:

Mit Stand vom 1. Novem­ber (2013) liegt Gloria.tv in Deutsch­land im Ale­xa Ran­king auf Platz Eins der katho­li­schen Nach­rich­ten­sei­ten.

So als hät­te es eine öffent­li­che Kri­tik an der Sei­te nie gege­ben.

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