Lesezeichen

  • Müns­ter­sche Zei­tung“: DJV-Ver­bands­tag kri­ti­siert Aschen­dorff Ver­lag scharf Nach der Schel­te über die Aus­höh­lung der Müns­ter­schen Zei­tung der nächs­te Nacken­schlag für den Ver­lag der West­fä­li­schen Nach­rich­ten:

    Die Ver­le­ger krem­peln aber nicht nur die Medi­en­land­schaft in Müns­ter um, sie set­zen auch neue Nega­tiv-Maß­stä­be im Umgang mit Tari­fen und Mit­ar­bei­tern. Aschen­dorff will laut DJV aus dem Zei­tungs­ta­rif­ver­trag aus­sche­ren und hat laut DJV die rund 140 Redak­teu­re der West­fä­li­schen Nach­rich­ten (WN) ulti­ma­tiv auf­ge­for­dert, auf die Tarif­bin­dung zu ver­zich­ten. Mit Hin­weis auf ansons­ten dro­hen­de Kün­di­gun­gen wur­den ihnen bereits neue Arbeits­ver­trä­ge zuge­stellt, die mehr Arbeit, weni­ger Gehalt und weni­ger Frei­zeit bedeu­ten.

  • Wir freu­en uns auf Ibben­bü­ren Bäcke­rei Lie­sen­köt­ter inves­tiert sechs­stel­lig in Ibben­bü­ren.
Weiterlesen

Tiemanns Peinlichkeiten

Schon lan­ge nicht mehr WN-Chef­re­dak­teur und CDU-Fan Nor­bert Tie­mann behan­delt, aber es gibt ihn noch. Gera­de hält er sich spe­zi­el­les psy­cho­lo­gi­sches Wis­sen über Ger­hard Schrö­der zu Gute:

Es mag mensch­lich ver­ständ­lich sein, dass Schrö­der die sei­ner­zeit welt­weit Irri­ta­tio­nen aus­lö­sen­de Geburts­tags­um­ar­mung mit dem mili­tä­ri­schen Pro­vo­ka­teur Putin im Nach­hin­ein öffent­lich zu recht­fer­ti­gen ver­sucht, indem er sich zu einem der Erfolgs-Väter auf­schwingt. Offen bleibt dabei aller­dings, wel­che der Ges­ten denn nun die pein­li­che­re ist.

Es geht um die Frei­las­sung der OSZE-Mit­ar­bei­ter. Tie­mann unter­stellt, Schrö­der wol­le sich die­se auf die eige­nen Fah­nen schrei­ben. Und das sei pein­lich. Schon blöd, wenn die Mer­kel im Ukrai­ne-Kon­flikt noch nichts geris­sen hat, und ihr Vor­gän­ger unge­fragt auf dem Par­kett erscheint.

Nun ist Schrö­der nicht der Ein­zi­ge, der meint, er kön­ne posi­tiv auf die Frei­las­sung der Gei­seln ein­ge­wirkt haben. Der ehe­ma­li­ge Gene­ral­in­spek­teur der Bun­des­wehr, Harald Kujat, hat vor knapp 2 Wochen in den Raum gestellt, man müs­se womög­lich Schrö­der für sei­nen Ein­satz dank­bar sein. Gre­gor Gysi sieht das ähn­lich. Und Vol­ker Kau­der auch.

Wie Tie­mann jetzt dar­auf kommt, Schrö­der wol­le mit sei­nem Gespräch über die OSZE-Gei­seln die Umar­mung von Putin zu sei­nem Geburts­tag kaschie­ren, das ver­steht wohl wie­der ein­mal nur Tie­mann selbst. Als ob Gas-Gerd so etwas pein­lich wäre.

Weiterlesen

Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger und die Folgen

Ab heu­te gilt das Leis­tungs­schutz­recht für Pres­se­ver­le­ger. Und die Medi­en, die sich für das Teck­len­bur­ger Land zustän­dig füh­len, hal­ten sich hier­zu bedeckt, mit ande­ren Wor­ten: Sie schrei­ben über­haupt nicht dar­über. Das könn­te damit zusam­men­hän­gen, dass Goog­le vor Kur­zem ange­kün­digt hat, alle Ver­la­ge aus ihrem Suchin­dex für Goog­le News raus­zu­schmei­ßen, die nicht ein­räu­men, dass die Anzei­ge der so dar­stell­ba­ren Arti­kel geneh­migt ist.

Dabei hat­te Chef­re­dak­teur Nor­bert Tie­mann bei der WN noch getönt, als es Rücken­wind gab:

In einer gigan­ti­schen Wer­be­kam­pa­gne, unter­stützt von Lehr­stüh­len, hat sich der weit­ge­hend intrans­pa­ren­te Kon­zern, der in Deutsch­land kaum Steu­ern zahlt, die Mas­ke eines Hüters des frei­en Inter­net auf­ge­setzt – und sein knall­har­tes Pro­fit­in­ter­es­se geschickt dahin­ter ver­schlei­ert. Offen­bar mit Erfolg.

Laut Tie­mann ist Goog­le ein Kon­zern, der

mit der Ware ande­rer, näm­lich den Inhal­ten von Ver­la­gen, auch zukünf­tig wei­ter Mil­li­ar­den-Geschäf­te macht, ohne die Erbrin­ger die­ser Leis­tung dar­an fair finan­zi­ell zu betei­li­gen.

Gut gebrüllt, Löwe. Da wür­de man doch mei­nen, dass man bei den West­fä­li­schen Nach­rich­ten die­sen para­si­tä­ren Kon­zern nicht unter­stützt. Nun hat Goog­le ange­kün­digt, nur noch sol­che Zei­tun­gen unter Goog­le News erschei­nen zu las­sen, die ein sol­ches Erschei­nen vor dem 1. August bean­tragt haben. Ich gehe mal davon aus, dass ab heu­te auch der Fall ist, dass Goog­le News nur sol­che Zei­tun­gen dar­stellt, die dar­um gebe­ten haben. Und nun raten Sie mal, wer dabei ist. Abge­sprun­gen als Tiger, äh, Löwe, egal – und gelan­det als Bett­vor­le­ger.

Aus­blei­ben­des

Wie WN und IVZ auf das Leis­tungs­schutz­recht reagie­ren, was man beim Zitie­ren ihrer Pro­duk­te beach­ten soll­te, dass der Axel-Sprin­ger-Ver­lag beim Leis­tungs­schutz­recht, das er selbst maß­geb­lich erlob­byt hat, aus­schert – dazu bis­her kein Ster­bens­wört­chen. Nur irgend­wel­che dpa-Tex­te. Es ist wohl nicht zu erwar­ten, dass bei­de Zei­tun­gen das Leis­tungs­schutz­recht irgend­wie in Anspruch neh­men wer­den.

Das Leis­tungs­schutz­recht bringt somit nicht die erwar­te­te finan­zi­el­le Ver­gü­tung für Pres­se­ver­la­ge mit sich, son­dern nur, dass Pres­se­pro­duk­te weni­ger online ver­linkt wer­den. Inso­fern mei­nen man­che, das Gesetz wür­de schlicht ver­puf­fen.

Indi­vi­du­el­le Fol­gen

Was die­ses Leis­tungs­schutz­recht nun für indi­vi­du­el­le Benut­zer bedeu­tet, ist schwer abzu­schät­zen. Gewerb­li­che Anbie­ter soll­ten fort­an kei­ne Arti­kel von Zei­tun­gen mehr bei Face­book und sonst­wo mit soge­nann­ten Snip­pets ver­lin­ken. Das ent­spre­chen­de Gesetz ist aller­dings auch so schwam­mig for­mu­liert, das ganz unklar ist, ob schon das Wie­der­ge­ben einer Über­schrift eines Arti­kels eines Pres­se­ver­la­ges – und in vie­len URLs der Arti­kel fin­det sich schon die Über­schrift – gegen die­ses Leis­tungs­schutz­recht ver­stößt.

Zudem kann ja immer geklagt wer­den, z.B. auch gegen sich für nicht­kom­mer­zi­ell auf­tre­tend hal­ten­de Pri­vat­per­so­nen, deren Inter­net­auf­tritt – wo auch immer – gewerb­lich erscheint. Mög­li­cher­wei­se kön­nen Pres­se­ver­la­ge auch Inter­es­sens­ver­tre­ter ein­set­zen, die sich im Inter­net auf die Suche nach unli­zen­siert gebrauch­ten Snip­pets in gewerb­li­chem Anschein machen.

Das klingt viel­leicht etwas unwahr­schein­lich, aber ich hät­te auch nie gedacht, dass irgend­ei­nem Anwalt mal ein­fällt, für irgend­wann ein­mal getä­tig­te Blog­bei­trä­ge eine Tages­nut­zungs­ge­bühr aus­zu­rech­nen.

Auf der siche­ren Sei­te ist man, wenn man gar nichts mehr ver­linkt oder gefällt­mirt. Zumin­dest darf man sich zwei­mal fra­gen, ob man auf Zei­tungs­sei­ten nicht auf Face­books Gefällt-mir-Klicks ver­zich­tet. Das eige­ne Face­book-Pro­fil vor Bli­cken Frem­der, wenn’s nicht gera­de die NSA ist, zu schüt­zen, hilft auch schon wei­ter.

Weiterlesen

Warnung eines Konservativen

Ich weiß ja nicht, ob Ihnen das schon ein­mal auf­ge­fal­len ist, aber der Chef­re­dak­teur der West­fä­li­schen Nach­rich­ten, Nor­bert Tie­mann, ist so ein win­zig­we­nig Anhän­ger des Kon­ser­va­ti­ven und Freund der CDU.

Heu­te kann man in sei­nem – online nicht erschie­ne­nen – Kom­men­tar Der Nächs­te bit­te!(?), in dem er sich mit den Pla­gi­ats­vor­wür­fen gegen die Dok­tor­ar­beit des Bun­des­tags­prä­si­den­ten Nor­bert Lam­mert beschäf­tigt, Fol­gen­des lesen:

Doch Vor­sicht mit vor­ei­li­ger Empö­rung. Wäh­rend Strah­le­mann zu Gut­ten­berg ange­sichts öffent­li­cher Lüge und vor­sätz­li­cher Abschrei­be­rei mit viel Scha­den­freu­de aus dem Amt beglei­tet wur­de, ist der Fall Scha­van bereits in ande­rem Licht zu sehen: Die Prü­fung der Vor­wür­fe läuft noch.

Bit­te was läuft noch, Herr Tie­mann? Zu lan­ge ein Nicker­chen gemacht, wie? Das Prü­fungs­ver­fah­ren der Vor­wür­fe fand im Febru­ar die­sen Jah­res ein Ende, indem der zustän­di­ge Fakul­täts­rat Scha­vans Dok­tor­ar­beit mit 13 Ja-Stim­men bei 2 Ent­hal­tun­gen als Pla­gi­at inkl. vor­sätz­li­cher Täu­schung, was Tie­mann „vor­sätz­li­che Abschrei­be­rei“ nennt, dekla­riert. Scha­vans Kla­ge am Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf kann sich auf das Ver­fah­ren an sich, jedoch nicht auf die inhalt­li­che Bewer­tung der Vor­wür­fe gegen die Dok­tor­ar­beit Scha­vans aus­wir­ken. Und so ent­hüllt Tie­mann in einem beleh­rend gemein­ten Satz, dass er den Sach­ver­halt nicht ganz ver­stan­den hat. Gro­ßes Kino. Man soll­te sich viel­leicht nicht ganz so unkri­tisch die Ver­tei­di­gung der Kon­ser­va­ti­vi­tät auf die Fah­nen schrei­ben.

Und auch bei Lam­mert bleibt abzu­war­ten, ob vor­sätz­lich getäuscht oder womög­lich „nur“ fahr­läs­sig oder schlam­pig gear­bei­tet wor­den ist – und in wel­chem Umfang.

schreibt Tie­mann wei­ter. Als ob man einem Dok­tor­grad­ent­zug dadurch ent­ge­hen kön­ne, dass man nur fahr­läs­sig oder schlam­pig gear­bei­tet hat.

Und wäh­rend Herr Tie­mann noch auf das Ergeb­nis der Prü­fung der Dok­tor­ar­beit Scha­vans war­tet, kann jeder ande­re, der dar­an inter­es­siert ist, ohne Abzu­war­ten die Vor­wür­fe gegen Lam­merts Dok­tor­ar­beit – unter der Vorraus­set­zung, das Anga­ben zu Lam­merts Dis­ser­ta­ti­on und Sekun­där­quel­len sei­tens des Kri­ti­kers rich­tig ange­ge­ben sind – sel­ber prü­fen. Lam­mert wird vor­sätz­li­ches Pla­gi­at durch Über­nah­me frem­der geis­ti­ger Leis­tung, die sich u.a. durch Über­nah­me von sach­li­chen Feh­lern oder eigen­tüm­lich ins Deut­sche über­setz­ter Begrif­fe kennt­lich macht, vor­ge­wor­fen.

Weiterlesen