Jürgen Flenker – Das Rattenorakel

Falls jemand noch ein Büch­lein sucht, das er unter den Weih­nachts­baum legen möch­te, her­ge­hört: Die­ser klei­ne Schmö­ker zählt zumin­dest sprach­lich zum Bes­ten, was das müns­ter­län­di­sche Kri­mi-Gen­re zu bie­ten hat. Das kommt dann vor allem den Figu­ren zu Gute, die der Spra­ke­ler Autor in sei­ner Geschich­te zu bie­ten hat: Kom­mis­sar Rico Wen­de, der vom Leben etwas gebeu­telt, solo und sei­ne Mut­ter im Auge habend, eine Serie ver­miss­ter Kin­der auf­zu­spü­ren hat. Ja, ein Rat­ten­fän­ger wie der aus Hameln ist im Müns­ter­land unter­wegs, eine Idee, die blö­de klingt und blö­de ist. Das ist dann auch der Haupt­ma­kel die­ses Schmö­kers: Span­nung kommt nicht auf; dass aus der Täter­sicht erzählt wird – ein alter Regio­nal­kri­mi­hut; das Motiv des Täters – gänz­lich uner­klär­lich; die Auf­lö­sung – schnell ver­ges­sen. Und den­noch: Für Inter­es­sier­te an Regio­nal­li­te­ra­tur eine unter­halt­sa­me Lek­tü­re.

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