Die dritte Seite der Medaille

WN-Chef­re­dak­teur und CDU-Sym­pa­thi­sant Nor­bert Tie­mann hat sich heu­te auf­ge­schwun­gen, „Roland Pofal­la“ (Tie­mann) zu ver­tei­di­gen:

Wer jetzt laut­stark nach jah­re­lan­gen Karenz­zei­ten für Poli­ti­ker ruft, bevor die­se in die Wirt­schaft wech­seln dür­fen, der muss sich auch die Fra­ge stel­len, wer sich denn dann über­haupt noch für ein poli­ti­sches Spit­zen­amt zur Ver­fü­gung stellt, von dem doch bekannt ist, dass dort Spit­zen­ge­häl­ter wahr­lich nicht zu ver­die­nen sind.

Sehen wir mal ab von der Geld­geil­heit, die Tie­mann den Poli­tik­in­ter­es­sier­ten da unter­stellt, und dass Tie­mann wohl ernst­haft meint, nie­mand wür­de mehr ein poli­ti­sches Spit­zen­amt anstre­ben wol­len, wenn er nicht direkt im Anschluss maß­los über­be­zahlt als Lob­by­ist in die Wirt­schaft gehen kön­ne, raten Sie doch mal, wer für Karenz­zei­ten als Mit­tel gegen sol­che unmit­tel­ba­ren Job­wech­sel war!

«Jetzt kom­men wir an einer recht­li­chen Rege­lung wohl nicht vor­bei: Es ist offen­sicht­lich eine Illu­si­on zu glau­ben, dass der Appell an poli­ti­schen Anstand allei­ne aus­reicht, um sol­che Fäl­le zu ver­hin­dern», sag­te Pofal­la wei­ter. «Ich könn­te mir eine Art Selbst­ver­pflich­tung von Regie­rungs­mit­glie­dern vor­stel­len, für die Zeit nach Aus­schei­den aus dem Amt sich geschäft­li­che Rück­sicht auf­zu­er­le­gen. Auch Karenz­zei­ten hal­te ich für vor­stell­bar.»

Ronald Pofal­la anno 2005.

Aber Tie­mann hat noch eine Nebel­ker­ze im Ärmel:

Poli­ti­scher Lob­by­imus ist die per­sön­li­che Sache von Bahn-Chef Gru­be nie gewe­sen.

Nee, is klar. Wis­sen Sie eigent­lich, wer bis­lang der 2011 von Gru­be ernann­te Cheff­lob­by­ist der Deut­schen Bahn ist? Der ehe­ma­li­ge CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Georg Brunn­hu­ber. Und wis­sen Sie, was Brunn­hu­ber vor­her war? Son­der­be­auf­trag­ter für Poli­tik für Rüdi­ger Gru­be.

Viel fal­scher hät­te Tie­mann nicht lie­gen kön­nen.

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