Lesezeichen vom 18.06.2018

  • Jaros­lav Rudiš: Nacht­ge­stal­ten “Max und Peter sind bes­te Freun­de. Sie haben mal in einer Rock­band gespielt, haben zusam­men stu­diert, gewohnt und die sel­be Frau geliebt. Spä­ter haben sie sich län­ger nicht gese­hen. Heu­te Nacht sind sie wie­der unter­wegs, so wie frü­her.”
  • Wer­ner Schif­fau­er zur Kri­se der Uni­on Es kön­ne kei­nen Mas­ter­plan für Migra­ti­on geben, sagt der Kul­tur- und Sozi­al­an­thro­po­lo­ge Wer­ner Schif­fau­er, Vor­sit­zen­der des unab­hän­gi­gen Rats für Migra­ti­on. Er sieht die Ant­wort in klei­nen dezen­tra­len Ansät­zen
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Jürgen Flenker – Das Rattenorakel

Falls jemand noch ein Büch­lein sucht, das er unter den Weih­nachts­baum legen möch­te, her­ge­hört: Die­ser klei­ne Schmö­ker zählt zumin­dest sprach­lich zum Bes­ten, was das müns­ter­län­di­sche Kri­mi-Gen­re zu bie­ten hat. Das kommt dann vor allem den Figu­ren zu Gute, die der Spra­ke­ler Autor in sei­ner Geschich­te zu bie­ten hat: Kom­mis­sar Rico Wen­de, der vom Leben etwas gebeu­telt, solo und sei­ne Mut­ter im Auge habend, eine Serie ver­miss­ter Kin­der auf­zu­spü­ren hat. Ja, ein Rat­ten­fän­ger wie der aus Hameln ist im Müns­ter­land unter­wegs, eine Idee, die blö­de klingt und blö­de ist. Das ist dann auch der Haupt­ma­kel die­ses Schmö­kers: Span­nung kommt nicht auf; dass aus der Täter­sicht erzählt wird – ein alter Regio­nal­kri­mi­hut; das Motiv des Täters – gänz­lich uner­klär­lich; die Auf­lö­sung – schnell ver­ges­sen. Und den­noch: Für Inter­es­sier­te an Regio­nal­li­te­ra­tur eine unter­halt­sa­me Lek­tü­re.

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Jürgen Kehrer – Bären und Bullen

Ich hat­te mich vor Kur­zem gewun­dert, dass ich doch schon seit län­ge­rem kei­nen Wils­berg-Kri­mi mehr zur Hand genom­men habe. Aber bei die­sem Bänd­chen ist es mir wie­der deut­lich vor Augen geführt wor­den: Die Buch­se­rie ist lang­wei­lig, span­nungs­arm, die Kri­mi­auf­lö­sung kommt aus dem Nichts und ange­staubt ist die Buz­zword gespick­te Bör­sen­ge­schich­te aus den 90ern auch.

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Detlef Krischak – Brautmorde

In Erwar­tung des nächs­ten Ibben­bü­ren-Kri­mis habe ich mal den ers­ten Ems­land-Kri­mi des­sel­ben Autors vor­ge­nom­men. Aber ach: Bei die­ser Braut­mor­den­show ist alles Sche­ma F, kei­ne Span­nung, kei­ne inter­es­san­ten Wen­dun­gen, die Auf­lö­sung in wie gehab­ter Selbst­ge­sprächs­ma­nier, die dahin­ter­lie­gen­den Beweg­grün­de so unlo­gisch wie unin­ter­es­sant. Wei­ter­war­ten ist ange­sagt.

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Detlef Krischak – Der Rosenfälscher: Das zweite ich

Ich habe schon etwas län­ger kei­nen Lokal­kri­mi mehr in die Hand genom­men, da ich, ehr­lich gesagt, die Qua­li­tät nicht mehr abkonn­te: Zu vie­le schlecht geschrie­be­ne Pas­sa­gen, irr­wit­zi­ge Hand­lungs­ver­läu­fe, kei­ne Span­nung, kein Lokal­ko­lo­rit, das will man nicht immer und immer wie­der lesen. Aus wel­chem Grund ich die­sen Schmö­ker danach den­noch wie­der in die Hand genom­men habe, weiß ich gar nicht mehr.

Um so freu­di­ger ist die­ser Ibben­bü­ren-Kri­mi: Vie­le Figu­ren, die cha­rak­ter­lich ver­schie­den ein­ge­führt wer­den, eine dra­ma­ti­sche Hand­lung und das alles ver­ziert mit Streif­zü­gen durchs Ems- und Teck­len­bur­ger Land. Es geht um Ent­füh­rung, Mord und kran­ke See­len, um den Poli­zei­all­tag, bei des­sen Beschrei­bung Klaus Burandt zur Sei­te stand, und schod­de­ri­ge Pro­vinz­na­sen. Die Spra­che ist pas­send und ohne Bruch (zwei Recht­schreib­feh­ler fal­len nicht ins Gewicht). Ein Kri­mi­nalschmö­ker, der ver­film­bar ist (wie groß­ar­tig wäre das denn) und es locker mit Unter Fein­den auf­neh­men kann.

Die psy­cho­lo­gi­sche Situa­ti­on des Täters (er hat doch sei­ne Jugend­lie­be bekom­men) wird mir inhalt­lich nicht recht klar, die Span­nung wird nicht durch­weg gehal­ten, wie­so die Ver­fol­gungs­jagd unbe­dingt in die Ibben­bü­re­ner Innen­stadt führt: kei­ne Ahnung; dass der Ibben­bü­re­ner Kom­mis­sar Cars­ten heißt: Groß­ar­ti­ge Idee.

Falls also noch jemand kurz­fris­tig ein Geschenk zu Weih­nach­ten sucht: Für Kri­mi­le­ser ist dies eine ech­te Emp­feh­lung.

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Die Bezahlschranke bei der WN


Jetzt hat auch die Zei­tung West­fä­li­sche Nach­rich­ten eine Art Bezahl­schran­ke run­ter­ge­zo­gen: 5 Arti­kel monat­lich sind frei zugäng­lich, danach kommt wohl ein „Wir müs­sen drau­ßen bleiben“-Schild. Klingt wie die Bezahl­schran­ke der NOZ, klingt nach Cache lee­ren, wei­ter­le­sen.

Im Digi­tal­zeit­al­ter ent­wi­ckelt sich das Nach­rich­ten­ge­schäft in rasan­tem Tem­po. Die Nut­zer erwar­ten an sie­ben Tagen pro Woche und fast rund um die Uhr eine ver­läss­li­che, sorg­fäl­tig recher­chier­te und vor allem top­ak­tu­el­le Nach­rich­ten­ver­sor­gung. […] Die neue App ist ein wei­te­rer Mei­len­stein in dem Bemü­hen, all die­se Inter­es­sen bei gleich­blei­bend hoher jour­na­lis­ti­scher Qua­li­tät zu befrie­di­gen. […] Um all die­se Inhal­te und Ser­vices auch zukünf­tig bei glei­cher Qua­li­tät anbie­ten zu kön­nen, wird der Zugriff auf digi­ta­le Arti­kel bezahl­pflich­tig.

Ja, wir reden immer noch über die WN, man wun­dert sich schon, was für ein PR-Sprech da gefa­selt wird.

Für 9,90€ bekommt man einen bar­rie­re­frei­en Zugang, will man ein ePa­per samt einer Lokal­aus­ga­be, kos­tet das 33,30€ – 10€ teue­rer als bei der NOZ. Das scheint mir ein Ange­bot ohne Ziel­grup­pe zu sein.

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